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Light-Version der Nürtinger Musiknacht kommt gut an

Event Das Experiment mit fünf Musikbands an fünf Standorten vor insgesamt 600 Gästen ist gelungen.

Die Bang Bags heizten dem Publikum in der Kreuzkirche ein.
Die Bang Bags heizten dem Publikum in der Kreuzkirche ein.

Nürtingen. „Wir grüßen die blaue Gruppe!“, rief Peter Hardt von den Flippmanns in die Runde. Gerade waren alle Musikfreunde mit blauen Bändern am Handgelenk hereingekommen. Gleich bei der Registrierung im K3N wurde das Publikum mithilfe von verschiedenfarbigen Bändern in fünf Gruppen zu je 120 Leuten eingeteilt. Jede Gruppe hatte einen vorgegebenen Pfad und wanderte von einer Location zur anderen. Die „Blauen“ beispielsweise lotsten die Guides von der Kreuzkirche zum Vorplatz K3N, dann zum Panoramasaal und weiter zum Großen und Kleinen Saal. Wer Gelb oder Grün am Handgelenk trug, hatte eine andere Reihenfolge, sodass die Zuschauer sich nicht in einem Raum begegnen konnten. Die Bands dagegen blieben an immer derselben Location, wo sie fünfmal für eine halbe Stunde spielten. Dazwischen gab es Pausen, die für eine Stärkung genutzt wurden.

„Das hat gut funktioniert!“, freute sich der Organisator und stellvertretende Kulturamtsleiter Michael Maisch. „Es gab mehr Interessenten als Karten.“ Gäste seien sogar aus Pforzheim und Kehl angereist. Bereits 2020 habe es eine kleine Musiknacht mit drei Bands gegeben, aber jetzt habe er die Chance auf weitere Gruppen bieten wollen. Maisch dankte auch seiner Vorgesetzten Susanne Ackermann, die ihm freie Hand bei der Planung gelassen habe.

„So schön euch zu sehen! Ein Traum!“, rief Pianist Fabi von den Bang Bags, die in der Kreuzkirche spielten. Die Band ist bekannt für ihre artistischen Einlagen, aber dieses Mal entstanden reine Ekstase, Lebensfreude und der Spaß, sich endlich wieder auf der Bühne ausagieren zu dürfen. „Ready for Rock ’n’ Roll?“ Von der ersten Sekunde an gab die Band Vollgas und riss das Publikum mit. Niemand konnte die Füße stillhalten, als die Band zum Twist einlud.

Wesentlich härter ging es bei H-Rocks zu. Keine Akrobatik, dafür eine perfekte Lightshow. Und ein supersommerlicher Abend für eine Open-Air-Session. Hämmernde Rhythmen, fantastische Soli auf den Instrumenten und Stücke wie „Dance with somebody“, „Should I stay or should I go“ oder „The roof is on fire“ - da war Feuer unterm Dach und das Publikum in Tanzlaune. Bei den „Dicken Kindern“ waren zwischenzeitlich mehr Zuschauer versammelt als nur die vorgesehene Gruppe, sodass die Guides die Leute wieder auseinanderdividieren mussten. Kein Wunder, gaben auch die „Dicken Kinder“ alles und heizten das Publikum mit Grönemeyer-Hits an. Zu „Always on the run“ gab es gar ein Bühnenjogging über vier Minuten. Auch hier lag Energie pur in der Luft.

„Die Stimmung ist deutlich besser als erwartet“, sagte Klaus Flippmanns von der gleichnamigen Band. „Die Leute haben Bock auf Party.“ Die Flippmanns hatten sich, um nicht fünfmal dieselben Stücke zu spielen, Sets für Disco, Weltmusik, Klassiker oder Westernhagen ausgedacht und ließen das Publikum wählen. „Seid ihr bereit für eine Party?“, rief Boris Attila Kunz von Sonic Love in den Saal. Mit „Don’t stop me now“ oder „I sent an SOS to the world“ ließen sich die Zuschauer nicht zweimal auffordern, mitzusingen. Neben mitreißender Musik gab es wie bei allen Bands einen tollen persönlichen Kontakt zum Publikum.Gabriele Böhm

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