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Lkw stören mehr als Motorräder

Zum Artikel „Auf der Schwäbischen Alb gibt es gewaltig Krach“ vom 20. Februar

Ich kann es nicht verstehen. Ich wohne in Lenningen an der Hauptstraße. Frühmorgens um halb sechs donnern schon Lkw an unserem Haus vorbei, dadurch entsteht ein Lärm, bei dem man fast aus dem Bett fällt. Ich habe mir die Mühe gemacht, war an einem Tag 15 Minuten an der Straße und habe in dieser Zeit 35 vorbeifahrende Lkw gezählt.

Und dies fünf Tage die Woche, von Montag bis Freitag. Wenn am Wochenende Motorräder durchs Lenninger Tal fahren, dann ist das meistens in der Zeit von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr. Ich selbst bin auch leidenschaftlicher Motorradfahrer. Wenn ich den Straßenlärm von der ganzen Woche betrachte, dann kann ich nicht verstehen, dass einige sich wegen vier Stunden Motorradlärm insgesamt aufregen.

Die meisten Motorradfahrer fahren sehr gesittet und relativ leise durchs Lenninger Tal, um die Steigen zu erklimmen. Das ist morgens einmal hoch und nachmittags einmal wieder zurück. Und dann spricht man in dem Beitrag von verstärktem Motorenlärm und möchte die Polizei dazu animieren, verstärkt Motorradkontrollen durchzuführen. Das kann ich wirklich nicht verstehen. Wenn man hier von Lärmschutz (Naturschutz) spricht, sollte man doch zuerst mal mit dem wesentlich erhöhten Lärm und Abgasausstoß der Lkw unter der Woche beginnen.

Ich finde es ungerecht, dass die Naturschützer eine Streckensperrung beantragen, um „Orte der Ruhe“ entstehen zu lassen. Nur wenn die Naturschützer am Wochenende zu Hause sind, haben sie dann Anspruch auf einen Ort der Ruhe? Sollte man hier nicht auch tolerant sein, wenn andere Menschen (Motorradfahrer) auch ihren Ausgleich suchen?

Ich habe kein Verständnis dafür, dass Jagd auf die Motorradfahrer am Wochenende im Lenninger Tal gemacht wird.

Winfried Sigwarth, Lenningen

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