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Lob, Topsport und eine schwarze Katze

Tennis Lokalmatador Tony Holzinger ­verpasst beim dreitägigen Turnier um den ­Intersport Räpple Cup in Jesingen nur knapp die Sensation. Von Klaus Schlütter

Tony Holzinger hat sich beim Intersport Räpple Cup des TSV Jesingen sensationell ins Endspiel gekämpft, dort aber knapp verloren
Tony Holzinger hat sich beim Intersport Räpple Cup des TSV Jesingen sensationell ins Endspiel gekämpft, dort aber knapp verloren. Foto: Markus Brändli

Der oberste Tennis-Funktionär im Land war bei seiner Stippvisite in Jesingen sehr angetan von dem, was er bei der sechsten Auflage des Intersport Räpple Cups zu sehen bekam. „Alles sehr professionell hier“, lobte WTB-Präsident Stefan Hofherr. Die anerkennenden Worte des Ehingers galten sowohl der Organisation des Turniers durch die Tennisabteilung des TSV als auch für das, was von den Protagonisten auf den Plätzen geboten wurde.

50 Spiele in drei Tagen in drei verschiedenen Wettbewerben (27 in der DTB Premium Tour, 15 bei den Herren B, acht bei den Damen), teilweise mit Regen-Unterbrechungen oder kurzfristigem Umzug von den Sandplätzen in die Halle - die rund 40 Helfer waren gefordert. „Wir mussten viel improvisieren, aber es gab null Probleme. Alles verlief reibungslos“, freute sich Turnierchef Markus Bayer.

Bis auf einen Zwischenfall, der große Heiterkeit erregte. Der 39-jährige Lokalmatador Tony Holzinger (TC Kirchheim) ­hatte sich im Premium-Event sensa­tionell bis ins Endspiel durchgeschlagen. Sein Gegner in der heimischen Teck-Halle: Bundesliga­spieler Leopold Zima vom Rochusclub Düsseldorf, 21 Jahre jung, 77. der deutschen, 1195. der Welt- Rangliste. Ein aggressiv spielender Rechtshänder mit einem Granaten-Aufschlag bis zu 210 Stundenkilometern.

Zima wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann den ersten Satz mit 6:4. Im zweiten Durchgang wendete sich das Blatt. Ex-Profi Holzinger packte seine Trickkiste aus und schien zur Freude seiner vielen Fans bei einer 5:2-Führung einem Match-Tiebreak um den Turniersieg entgegenzusteuern. Aber plötzlich rannte eine schwarze Katze durch die Halle - ein Horror für den abergläubischen Tony: „Danach habe ich keinen Ball mehr getroffen.“ Endstand 5:7 und 2000 Euro Preisgeld für Zima. Zum Trost für Holzinger gabs 1000 Euro. Der spendete das Geld für „Viva con Agua“. Mit dieser Kampagne versorgt der ehemalige St.-Pauli-Fußballprofi und jetzige „Brunnenbauer“ Benjamin Adrion Afrika mit sauberem Trinkwasser.

Holzingers Trainer und bes­ter Freund Pascal Streit hatte schon im Viertelfinale ein Déjàvu mit dem späteren Turniersieger. Aber auch er, der für den TC Doggenburg Stuttgart spielt, konnte in einem begeisternden Match den Siegeszug des gebürtigen Bayern aus Inning am Ammersee nicht stoppen (3:6, 2:6). Der zweite Kirchheimer Finn Wolf scheiterte frühzeitig in Runde eins im Match-Tiebreak (2:6, 6:3, 3:10) an seinem Namensvetter Denis Robin Wolf von der SKG Frankfurt, der anschließend wiederum gegen Streit auf der Strecke blieb.

Raus mit Applaus

Bei den Herren B packte Christopher Gneiting (TSV Jesingen) gegen Thure Götzenberger von der Waldau sein ganzes Können aus, zermürbte den Gegner mit gekonnten Stopps und Lobs (6:1, 7:5). Doch im Viertelfinale war gegen den späteren Turniersieger Tim-Luca Kühnert aus Erdmannhausen trotz heftiger Gegenwehr (3:6, 6:3, 6:10) Endstation. Der Torwart der Neidlinger Bezirksligakickers nach dem Raus mit Applaus: „Es hat trotzdem Spaß gemacht.“

Deutlich weniger Teilnehmer verzeichnete die Frauen-Konkurrenz. Nur zehn Damen kämpften in Jesingen um 500 Euro Preisgeld und DTB-Ranglistenpunkte. Den Turniersieg landete Maja Issler vom VfL Sindelfingen ungefährdet gegen die um 92 Ranglistenplätze besser platzierte, aber an diesem Tag indisponierte Tanja Winkler vom TV Reutlingen.

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