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Lupenreine Töne und rasante Fingerläufe

Konzert Bernhard Kratzer an der Trompete und Paul Theis an der Orgel begeistern ihr Publikum in Köngen.

Paul Theis (links) und Bernhard Kratzer spielen virtuos.
Paul Theis (links) und Bernhard Kratzer spielen virtuos.

Köngen. Bereits seit 1997 locken Bernhard Kratzer und Paul Theis mit ihrer Konzertreihe „Im Glanz von Trompete und Orgel“ zahlreiche Musikfans in bekannte Kirchen und Klöster. Bei ihrer festlichen Trompetengala in Köngen begeisterten sie das Publikum mit Werken aus Barock, Klassik und Romantik und zeigten sich bestens aufeinander abgestimmt. Paul Theis schilderte in seiner Begrüßung die erschwerten Bedingungen in den Zeiten der Pandemie. Im Jahr 2021 könne das Duo nur vier statt wie sonst 15 Konzerte geben. Köngen dürfe sich als einziger Aufführungsort im Großraum Stuttgart glücklich schätzen.

Im Trompetenkonzert d-Moll von Allessandro Marcello verleiht Bernhard Kratzer der Trompete einen unvergleichlichen Glanz. Man hört schon nach wenigen Takten, dass hier einer der deutschen Spitzentrompeter am Werk ist. Virtuos, rein intoniert und mit voller Strahlkraft bis in die höchsten Lagen gestaltet Kratzer den ersten Satz. Im Adagio klingt die Trompete bisweilen wie eine Oboe oder eine menschliche Stimme. Herrlich! Im Presto-Schlusssatz versetzen die virtuosen Fingerläufe Kratzers und das perfekte Zusammenspiel mit dem Organisten die Gäste in Erstaunen.

Paul Theis demonstriert in drei Orgel-Kompositionen aus verschiedenen Epochen mit souveränem Spiel die klangliche Vielfalt und Opulenz der Königin der Instrumente. Im Charakterstück op. 159 des Romantikers Josef G. Rheinberger lässt er den Reichtum der Klangfarben in Verbindung mit einer chromatisierenden Harmonik aufleuchten. Als Schmankerl interpretiert er einen Bolero des Franzosen Louis-J.-A. Lefébure-Wély. Nach der raffinierten Imitation der Kastagnetten zeigt er seine Musikalität bei organischen Übergängen mit eingestreuten Tempoänderungen und differenzierter Dynamik mittels Einsatzes des Schwellwerks.

Bei der sehr gelungenen Bearbeitung von Händels Wassermusik-Suite D-Dur reihen Bernhard Kratzer und Paul Theis am Ende des Konzerts zahlreiche klangliche Höhepunkte aneinander. Mit zwei Zugaben entlassen die Künstler ihr Publikum in den lauen Sommerabend. Hans-Günther Driess

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