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„Man verarscht uns nach Strich und Faden“

Football Die Crusaders haben nach ihrer Trennung vom TSGV Albershausen noch eine Rechnung offen.

Albershausen. Es scheint keine Ruhe einzukehren in den Disput zwischen den Footballern der Albershausen Crusaders und ihrem ehemaligen Stammverein TSGV Albershausen. Zur Erinnerung: Die Football-Abteilung hatte zum ersten Januar diesen Jahres dem Turn-, Sport- und Gesangverein der 4300-Einwohner-Gemeinde den Rücken gekehrt und war zum ortsansässigen Touring-Skiclub gewechselt. Grund dafür waren Uneinigkeiten über Sponsorengelder und die neue Vereinssatzung, laut der die Crusaders künftig jede Ausgabe über 1000 Euro von der Vereinsvorsitzenden Christine Sahm hätten absegnen lassen müssen.

Nun gerät das Ende der Vereins-Ehe zur Schlammschlacht. „Uns stünden eigentlich noch rund 24000 Euro aus verschiedenen Sponsoren- und Lizenzgeldern zu, die der TSGV nach unserem Austritt einbehalten hat. Nach dubiosen Umrechnungen, die niemand nachvollziehen kann und für die wir auch nie eine Auflistung erhalten haben, wollte uns der Verein dann aber nachträglich wenigstens noch 8000 Euro geben“, erklärt Crusaders-Vorstandsmitglied Mirko Mosenthin. „Selbst damit wären wir ja vollkommen zufrieden gewesen, Hauptsache die Sache wäre dann erledigt“.

Vorwurf: „Machtspielchen“

Doch dazu kam es nie. Laut Mosenthin habe Christine Sahm sogar ihren eigenen Antrag, die vierstellige Summe an die Footballer zu zahlen, auf der Mitgliederversammlung sabotiert und Stimmung gegen die Crusaders gemacht, sodass der Beschluss letztlich abgelehnt wurde. Heißt im Klartext: Die Kreuzritter gehen leer aus. „Das ist absolut lächerlich, man verarscht uns nach Strich und Faden. Da geht’s nur um die Kohle und irgendwelche Machtspielchen, das lassen wir uns nicht mehr gefallen“, ärgert sich Mosenthin.

Als reine Provokation empfand der Crusaders-Chef zudem einen weiteren Antrag auf der Mitgliederversammlung. Hierbei sollten die Footballer dem TSGV ihr gesamtes Equipment für 20000 Euro abkaufen: „Das sind unsere Sachen, die wir uns über all die Jahre hinweg selbst angeschafft haben, da hat der Verein keinen einzigen Euro dazugegeben. Dass wir das jetzt hätten abkaufen müssen, ist eine Frechheit. Immerhin haben die Mitglieder hier etwas Gewissenhaftigkeit gezeigt und den Antrag abgelehnt.“

Mosenthin betont allerdings auch, dass die Footballer rein rechtlich gesehen keinerlei Anspruch auf das Geld hätten. Da eine Abteilung kein eigenes Vermögen aufbauen kann, gehören die finanziellen Mittel stets dem Hauptverein. „Juristisch können wir da wenig ausrichten, moralisch hingegen ist das unterste Schublade“, schimpft Mosenthin. „Wir sind dem Verein in über 20 Jahren nie zur Last gefallen, haben uns immer selbst finanziert und wollten nie auch nur einen Euro sehen. Ganz im Gegenteil, der TSGV hat ja auch enorm von uns profitiert. Und dafür sollen wir jetzt doppelt und dreifach bluten.“

Ein Hintertürchen bliebe den Footballern jetzt nur noch über die Sponsoren. „Sponsorengelder sind zweckgebunden und können daher nicht so einfach unterschlagen werden“, schildert Mirko Mosenthin, der vergangene Saison zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter auch noch als Sponsor eine größere Summe in das Team investiert hatte. Dieser Betrag sei allerdings nie bei den Crusaders angekommen, weshalb er ihn nun zurückforderte. Die Frist für die Rückzahlung läuft nächste Woche ab. „Ich bin gespannt, welche Rückmeldung dann kommt. Denn bisher ignoriert uns der TSGV ja komplett und antwortet auf keinerlei Mails oder Anrufe.“

Zahlreiche weitere Sponsoren hätten zudem bereits angekündigt, ihre Gelder aus der vergangenen Saison zurückzufordern. „So langsam müssen die Vereinsverantwortlichen sich bewegen“, fordert Mosenthin. Max Pradler

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