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Maschinen gehen nach Indien

Scheufelen Der Kraftprotz der einstigen Papierfabrik hat einen Käufer gefunden. Silphie Paper ist davon nicht betroffen.

Lenningen. Das Inventar der ehemaligen Papierfabrik Scheufelen findet Abnehmer. Wie ein Fachblatt berichtet, wurde die „PM 6“ - die größte Papiermaschine des Lenninger Traditionsunternehmens - nach Indien verkauft. „Dort und im Ostblock haben grafische Papiere offenbar noch eine wichtige Bedeutung“, sagt Dr. Ulrich Scheufelen. Es handle sich um eine sehr gute Maschine aus dem Jahr 1981. „Es wäre ein Jammer gewesen, wenn man sie verschrottet hätte“, so Scheufelen, der bei Silphie Paper - dem Nachfolge­unternehmen der Papierfabrik - beratend tätig ist. 2014 war die Maschine abgestellt worden. Auf der 3,90 Meter breiten Anlage konnten 160 000 Tonnen holzfreies gestrichenes Papier pro Jahr produziert werden.

Laut dem Hamburger Handels­unternehmen Lüders & Partner wurde der Koloss bereits im vergangenen Jahr abgebaut und in etwa 100 Containern nach Indien verschifft. Das Unternehmen verkauft die Produktionsanlagen der Papierfabrik, die seit der Insolvenz 2018 der Hamburger Investmentgesellschaft „Nordia Invest“ gehören.

Anlagen unter dem Hammer

Diese Woche berichtete das Fachmagazin, auch der Verkauf der „PM 5“ sei unter Dach und Fach. Das bestätigen aber weder Ulrich Scheufelen noch ein Sprecher von Lüders & Partner. Man sei jedoch auf einem guten Weg, die Anlage ebenfalls nach Indien zu veräußern. Die aus dem Jahr 1954 stammende, immer wieder modernisierte Maschine ist 3,80 Meter breit und auf eine Jahresproduktion von 140 000 Tonnen gestrichene Feinpapiere ausgelegt. „Sie wurde erst vor zwei Jahren stillgelegt“, so Ulrich Scheufelen. Zuletzt diente sie der Herstellung von Graspapier. Vom Brückenkran bis zur Verpackungsanlage sollten diese Woche im Übrigen 30 weitere Anlagen der Papierfabrik unter den Hammer kommen.

Vor zwei Jahren hatte eine Online-Auktion bei der Belegschaft von Scheufelen für Wirbel gesorgt. Während Verhandlungen mit einem Investor liefen, tauchte der komplette Maschinenpark der insolventen Firma auf der Internet­seite eines Online-Auktionators auf. Wenige Monate später startete Silphie Paper auf dem Gelände des Lenninger Traditionsunternehmens. Die Produktion des aus der Durchwachsenen Silphie hergestellten ökologischen Verpackungsmaterials erfolgt auf einer etwas kleineren Maschine, der „PM 2“. Die „alte Dame“ stammt aus dem Jahr 1903. Sie gehört Silphie Paper und wird auch nicht zum Verkauf angeboten. Die Veräußerung der großen Maschinen berühre die Produktion nicht, betont der Unternehmenschef ­Stefan Radlmayr.Anke Kirsammer

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