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Mehr Geflüchtete in Ausbildung und Beruf

Die Zahl der Geflüchteten im Kreis Esslingen, die inzwischen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen oder eine Berufsausbildung absolvieren, hat sich von Dezember 2016 bis November 2017 - dem Monat der jüngsten Erhebung - mehr als verdoppelt. Nach den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit galten im November vorigen Jahres 661 Asylbewerber aus nichteuropäischen Herkunftsländern als beruflich integriert. Elf Monate zuvor waren es lediglich 300.

Die Größe in Relation zur Gesamtzahl der Geflüchteten im Landkreis zu setzen, ist schwierig. Wie Personen statistisch erfasst werden und ob sie überhaupt berechtigt sind, zu arbeiten oder sich fortzubilden, richtet sich nach dem jeweiligen Aufenthaltsstatus und ihrer Bleibeperspektive. Zum Stichtag am 30. April 2018 befanden sich noch 2 600 Menschen in vorläufigen Unterkünften des Landkreises. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Juni 2016 waren es 5 800.

Harsche Kritik am Tempo bei der Bearbeitung von Anträgen auf dem Weg zu einer Arbeitserlaubnis übt die ehemalige Landtagsabgeordnete und SPD-Kreisrätin Carla Bregenzer. Es könne nicht sein, dass Antragsteller im Landratsamt bis zu sieben Monate auf eine Entscheidung warten müssten, während die Ausländerämter der Großen Kreisstädte die gleiche Arbeit in wenigen Wochen bewältigten, sagte Bregenzer, die in der Flüchtlingshilfe aktiv ist, gestern im Kreis-Sozialausschuss.

Behördenchef Heinz Eininger reagierte gereizt auf die Vorwürfe. Wenn man über Verfahrenszeiten rede, konterte der Esslinger Landrat, dürfe man auch nicht verschweigen, dass Anträge in den Stadtämtern häufig nur „durchgewunken“ würden. Mit der Bereitstellung zusätzlicher Räume und einer Verdoppelung des Personals habe man in der Kreisverwaltung alle Anstrengungen unternommen, um Rückstände aufzuarbeiten. Eininger: „Weniger Sorgfalt bei diesem Thema ist sicher kein Weg.“bk

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