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Menschenwürde nicht vergessen

Zum Kommentar „Steigender Impfdruck“ vom 30. Dezember

In zehn Jahren „hundert“ sich das Ereignis, in dessen Folge Menschen in „lebenswert“ und „lebens­unwert“ unterschieden wurden mit all den historisch bekannten Folgen. Es entbehrt nicht eines gewissen geschichtlichen Zynismus, wenn am 30. Dezember - statt 30. Januar - Gedanken ausgesprochen werden, die deutlich machen, dass in Folge der völlig verfehlten und inadäquaten Umgangsweise mit der „Corona“-Pandemie, faschistoide Ideen „in der Mitte der Gesellschaft“ angekommen sind: Nur heißt es jetzt „sozialwert“ und „sozialunwert“, und der „Impfpass“ wird zum neuen „Ariernachweis“ mutieren - mein letzter Leserbrief an dieser Stelle war wohl doch vorausahnend.

Was braucht es noch die geschichtsvergessene AfD, das besorgen schon auf„-rechte“ Demokraten selbst. Dabei wird den eigentlichen Fragen, die diese Pandemie an unsere Gesellschaften stellt, ausgewichen. Fragen an unseren Lebensstil, unser Wirtschaftsgebahren, unser Gesundheitssystem, unser Menschseinverständnis, unser Bild von Bio­grafie und Lebensende. Dies wird tunlichst vermieden. Dieses neue Virus wird uns zukünftig weiterhin begleiten, seiner Natur entsprechend in der kalten Jahreszeit. Hier findet durch Krankheitsprozesse eine erste Aussöhnung mit ihm statt. Denn das Virus wurde von uns Menschen in unseren Lebensraum hereingeholt, nicht umgekehrt.

Damit dies human gelingt, wäre aber Achtung und Respekt dem geschuldet, auf dem unser Grundgesetz basiert, „der Würde eines jeden Menschen“.

Dr. Matthias Komp, Kirchheim

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