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Ministeriales Schweigen

Zur Berichterstattung über die Probleme bei der Corona-Bekämpfung

Man mag es fast nicht mehr lesen und hören: Fehler bei der Impfstoffbeschaffung, Nachschubprobleme, zunächst fehlerhafte und nicht genügend Masken, Verzögerung bei Schnelltests, offene Fragen bei Selbsttests, ein taumelnder, vom souveränen Corona-Bekämpfer zum Ankündigungsweltmeister geschrumpfter Gesundheitsminister. . .

Dazu kommt seit Längerem eine Aufweichung der Priorisierungsreihenfolge bei der Impfung. Die Gruppe 2 (70- bis 79-Jährige), zunächst als „vulnerabel“ mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf mit möglicher Todesfolge eingeschätzt, ist quasi aus dem Fokus verschwunden. Nicht so jedoch in Hessen. In einer Pressemitteilung des Sozialministeriums Hessen unter Führung des Grünen Kai Klose vom 23. Februar ist zu lesen, dass sich Zugehörige zur Priorität 2 ab dato registrieren lassen können und dass ab dem 5. März (!) für diese Gruppe die ersten Impfungen durchgeführt würden. Außerdem gibt es in Hessen für die Registrierung zwei (!) Telefonnummern und die Möglichkeit einer Online-Reservierung.

Eine Anfrage im baden-württembergischen Sozialministerium bei Minister Lucha persönlich, wieso Hessen so viel weiter ist und warum und wo es bei uns mit der Zeitschiene für Gruppe 2 so hakt, blieb unbeantwortet: Schweigen im Walde und ein Minister auf Tauchstation. Dabei hatte Ministerpräsident Kretschmann 2015 vollmundig „eine Politik des Gehörtwerdens“ proklamiert. Davon ist fünf Jahre später nur noch wenig zu spüren!

Dr. Ernst Kemmner, Kirchheim

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