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Mit Holz aus der Klimakrise bauen

Der Baustoff der Stunde

In Holzständerbauweise errichtet, ist das Gebäude im KFW-40plus-Standard energetisch weitestgehend autark. Eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung, eine auf dem Süd-Dach vollflächige PV-Anlage mit Stromspeicher sowie eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reduzieren den Energiebedarf bis auf ein Minimum - wwz GmbH Architektur + Projektentwicklung, Marcus Weiss, Bretten Fotograf: Marcus Weiss

AKBW. Mit Holz aus der Klimakrise bauen! Das ist ein spektakulärer Satz des weltweit renommierten Klimaforschers Hans Joachim Schellnhuber. Es ist ein Plädoyer für den Baustoff Holz, auch und gerade für private Bauherrinnen und Bauherren.

Gründe, mit Holz zu bauen, gibt es jede Menge: der nachwachsende Rohstoff, der viel CO2 speichert, ist nachhaltig, das Raumklima angenehm, das Ambiente: schön. Bauen mit Holz hat oft eine regionale Tradition und ermöglicht kurze Transportwege – der Baustoff wächst direkt vor der Haustür und ist leicht, weshalb er sich auch ganz besonders für Aufstockungen eignet. Viele Teile wie Wände, Decken und Dächer lassen sich in der Halle vorfertigen und dann in wenigen Arbeitsschritten mit einem Kran auch in komplizierte Baustrukturen einbringen. Durch die Vorfertigung reduziert sich auf der Baustelle die Abhängigkeit vom Wetter, außerdem gibt es weniger Baulärm und kürzere Trocknungszeiten.

Die Entscheidung, mit Holz zu bauen, sollte allerdings früh fallen. Denn Stein auf Stein ist anders zu planen als Holzkonstruktionen. Die Möglichkeiten des Holzbaus wurden lange zu gering eingeschätzt. Ihm wurde nicht zugetraut, in die Höhe gehen zu können oder große Geschossflächen zu schaffen. Inzwischen gibt es zu diesen Bedenken schon zahllose gute Gegenbeispiele, etwa das Holzhochhaus Skaio in Heilbronn. Was im konkreten Fall möglich und sinnvoll ist, dazu können Architektinnen und Architekten, die im Holzbau erfahren sind, umfassend beraten.

Widerlegbar ist noch ein weiteres Vorurteil, das an dem Holzbau klebt wie Pech: die vermeintlich geringe Nutzungsdauer. In Wirklichkeit ist sie vergleichbar mit anderen Bauten, nämlich 70 bis 100 Jahre. Das schafft der Holzbau auch durch seine immanente Resilienz, womit die Austauschbarkeit von Teilen gemeint ist. Auch die Herausforderungen etwa beim Brand- oder Schallschutz lassen sich mit kompetenten Architektinnen und Architekten, Fachplanern, Holzbaubetrieben und Genehmigungsbehörden im Team zuverlässig meistern.

Mit einigen planerischen Kniffen lässt sich der Holzbau genauso stabil wie ein Massivbau machen, so dass die Bauherrschaft von seiner Nachhaltigkeit und langen Nutzbarkeit profitiert. Dazu gehört, in mehrgeschossigen Gebäuden zentrale Versorgungsschächte und sehr viel Flexibilität in der Ausgestaltung der Ebenen vorzusehen. Außerdem lässt sich Robustheit auch durch undogmatisches Vorgehen herstellen, etwa durch die Bereitschaft zur Innovation wie Modulbäder oder die kombinierte Verwendung von Holz und extrem harten Baustoffen, so dass ein Hybridbau entsteht. Mit Stahlkernen erreicht man Stabilität in der Vertikale. Holz bietet wiederum den Vorteil, dass man sehr schnell in die Höhe bauen kann.

Und auch aus gestalterischer Sicht ist Holz weit mehr als eine gerade Latte. Erinnert sei an die Multihalle Mannheim, die längste Gitterschale der Welt ganz ohne Stützen. Außerdem schätzen viele Bauherrinnen und Bauherren die attraktive Farbe und Struktur dieses gewachsenen Materials. In Zeiten des Klimawandels ist es der Baustoff der Stunde.

Geeignete Planerinnen und Planer finden sich unter www.akbw.de/planer-finden.htm

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