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Mit vereister Scheibe fahren

Zum Artikel „Wer nichts sieht, muss halten“ vom 28. März

Es ist traurige Gewissheit - was ursprünglich für einen vorgezogenen Aprilscherz gehalten werden konnte, ist eine innovative Präventivmaßnahme des Kirchheimer Verkehrsamtes!

Ein formschöner und zeitloser Bretterzaun soll dem Autofahrer die Sicht nehmen und damit Unfälle vermeiden. „Wer nichts sieht, fährt langsam“ - so der ausgeklügelte Ansatz.

Ok - es kam an dieser Stelle vermehrt zu Auffahrunfällen. Dynamische Verkehrsteilnehmer haben in der Absicht, die dort befindliche Stoppstelle zu überfahren, teilweise doch noch abrupt angehalten. Dies war für nachfolgende Fahrzeuglenker teilweise zeitlich nicht nachvollziehbar.

Der Lösungsansatz, dem Autofahrer die Sicht einzuschränken, ist nicht nur einfältig, sondern auch gefährlich, denn er unterbindet auch die Sicht auf einen dahinter befindlichen Fußgängerüberweg.

Ich bin kein Experte für Unfallprävention, aber im Besitz eines Führerscheins, und daher aufgeklärt, dass man an Stoppschildern anhalten sollte.

Vielleicht würden hin und wieder durchgeführte Kontrollen das Anhalteverhalten mancher Fahrzeuglenker verändern und eher zum Erfolg führen.

Abgesehen von der zweifelhaften Optik der Maßnahme hoffe ich dennoch, dass die Zahl der Unfälle an dieser Stelle zurückgeht und dadurch keine Fußgänger übersehen werden.

Vielleicht setzt sich der geniale Ansatz „Wer nichts sieht, fährt langsam“ ja durch.

Dann werde ich im kommenden Winter auf das lästige Eiskratzen meiner Windschutzscheibe verzichten - in der Hoffnung, nichtsehend unfallfrei durch den winterlichen Verkehr zu kommen . . .

Markus Kuhm, Kirchheim

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