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Mitte März soll es endlich losgehen

Baumaßnahmen Der geplante Umbau des Heim-Areals in der Nürtinger Neckarsteige liegt seit Längerem auf Eis. Jetzt könnte es schnell gehen, mit Kaffeehaus, Wohnungen und Praxisräumen. Von Philip Sandrock

Bisher herrscht Stillstand auf der Baustelle im Heim-Areal.Foto: Jürgen Holzwarth
Bisher herrscht Stillstand auf der Baustelle im Heim-Areal. Foto: Jürgen Holzwarth

Seit längerer Zeit tut sich nichts mehr auf der Baustelle im Heim-Areal am Ausgang der Neckarsteige: Außer einem Bauzaun, auf dem ein Plakat für das geplante Kaffeehaus wirbt, war von Arbeiten dort nicht viel zu sehen.

Auch in den sozialen Netzwerken brodelte die Gerüchteküche. Bis vor wenigen Tagen Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich mit einem Facebook-Post für Klarheit sorgte: „Die Bauarbeiten gehen voraussichtlich am 16. März weiter. Nach Auskunft des Bauherrn soll zum Ende des Jahres das Kaffeehaus unten fertig sein“, schrieb der OB dort und fügte hinzu: „Ich drück die Daumen!“

Fridrich bestätigte die Infos aus seinem Facebook-Post. Er habe mit dem Bauherrn gesprochen und ihm auch die Unterstützung der Stadt angeboten, falls es bei der Umsetzung Probleme gebe. Doch jetzt könnte alles ganz schnell gehen - vielleicht.

Durch Ausgrabungen verzögert

Schon mehrmals wurde ein baldiger Baubeginn angekündigt. Zuletzt im vergangenen Sommer, als nach langem Warten endlich die Baufreigabe vorlag.

Investor Baldenhofer aus Kirchheim will die Sanierung trotz schwieriger Bedingungen in Angriff nehmen. Er erwarb die beiden denkmalgeschützten Gebäude von der Stadt. Die von Baldenhofer beauftragten Architekten Florian van het Hekke, Jens Rössler und David Brodbeck, ebenfalls aus Kirchheim, stellten ihren Entwurf im März 2016, also vor fast genau vier Jahren, dem Gestaltungsbeirat der Stadt Nürtingen vor, der voll des Lobes war. Damals wurde noch für drei hintereinander liegende und teils miteinander verbundene Gebäude geplant. Das dritte Haus, vom Kreisverkehr aus gesehen die Neckarsteige hinauf, hätte Baldenhofer gerne mit einbezogen. Doch Investor und Hauseigentümer wurden nicht handelseinig, so wurde das Gebäude schließlich an einen anderen Käufer veräußert. Für Baldenhofers Projekt stand es nicht mehr zur Verfügung.

Baldenhofer plante mit den beiden verbliebenen Gebäuden weiter und erhielt Ende Dezember von der Stadt die Baugenehmigung. Sofort wurde begonnen, Schutt und schadhaftes Material aus den alten Gemäuern zu entfernen. Das Eckhaus mit dem markanten Erker und der Adresse Mühlstraße 2 wurde mit Holzbalken aus dem Jahr 1583 errichtet, ist aber wahrscheinlich noch etwas älter. Das anschließende Gebäude in der Neckarstraße 40 wird auf ein Alter von mindestens 350 Jahren geschätzt.

Bald schon standen die Bauarbeiten jedoch still. Im Keller wurde ein Schacht entdeckt, der entweder für einen alten Brunnen oder für eine Latrine gedient haben könnte. Bei weiteren Nachforschungen durch Wissenschaftler des Landesamts für Denkmalpflege wurden nicht nur solche mittelalterlichen Relikte, unter anderem auch Pflastersteine, sondern auch vorgeschichtliche Funde gemacht.

Seit dem Ende der Ausgrabungsarbeiten hat sich auf dem Gelände nicht mehr viel getan. Irgendwann stand der Bauzaun vor dem Gebäude.

Vielleicht hilft das Daumendrücken aus dem Nürtinger Rathaus: Sollten die Arbeiten wie geplant Mitte März starten und planmäßig verlaufen, könnte das Kaffeehaus im Erdgeschoss bis Ende des Jahres fertiggestellt sein. Dabei soll es aber nicht bleiben. In den Obergeschossen sollen eine Arztpraxis und vier Wohnungen entstehen.

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