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Mitten im Hochsommer herrscht Weihnachtsfieber

Großevent Beim Esslinger Stadtmarketing laufen die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt auf Hochtouren – auch wenn unklar ist, ob er stattfinden kann. Von Melanie Braun

Das Konzept für einen coronakonformen Mittelalter- und Weihnachtsmarkt in Esslingen steht. Archiv-Foto: Roberto Bulgrin
Das Konzept für einen coronakonformen Mittelalter- und Weihnachtsmarkt in Esslingen steht. Archiv-Foto: Roberto Bulgrin

Während sich die meis- ten Menschen im Landkreis derzeit wohl mit dem Thema Sommerurlaub beschäftigen, befindet man sich beim Esslinger Stadtmarketing schon im Winter - zumindest gedanklich. Denn hier laufen die Planungen für den Mittelalter- und Weihnachtsmarkt bereits auf Hochtouren. Das Konzept steht, und die meisten Marktbeschicker sind engagiert - allerdings bleibt die Frage, ob die Coronapandemie das Großereignis nicht doch noch ausbremst.

Michael Metzler, der Geschäftsführer der Esslinger Stadtmarketing und Tourismus GmbH (EST), zeigt sich zuversichtlich: „Wir planen mit einer optimistischen Grundhaltung“, betont er. Sein Team sei hoch motiviert, den Markt in diesem Jahr durchzuführen. Ähnlich scheint die Stimmung bei den Marktbeschickern zu sein: „Die Bewerberlage war sehr gut, nahezu unverändert im Vergleich zur Zeit vor Corona“, sagt der Chef der Esslinger Stadtmarketing. Die Zahl der Stände soll nur unwesentlich reduziert werden. Dafür will man sie großzügiger in der Innenstadt verteilen.

So sind auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz insgesamt 75 Stände statt der bislang üblichen 76 geplant. Allerdings soll sich das Markttreiben bis in die Abt-Fulrad-Straße sowie bis zur Sektkellerei Kessler hin ausdehnen und so entzerrt werden. Für den Mittelaltermarkt in den engen Altstadtgassen hat die Stadt mit 70 Ständen etwa zehn weniger vorgesehen als sonst. Bewusst verzichtet hat man auf Angebote, vor denen sich die Besucher üblicherweise ballen, etwa Mokka- und Badezelt oder Mäuse-Roulette.

Auch die große Rathaus-Bühne soll in diesem Jahr nicht aufgebaut werden, um dicht gedrängte Menschenmengen zu verhindern. Stattdessen soll es mehr sogenannte „Walking Acts“ geben, bei denen die Künstler auf dem Markt unterwegs sind und ihre Vorführungen dezentral zeigen. Auch kleinere Bühnen sind vorgesehen.

Mit dieser Planung fühlt man sich bislang auf der sicheren Seite. Ein Alternativkonzept wie im vergangenen Jahr, wo man unterschiedliche Szenarien für verschiedene Inzidenzstufen vorgehalten und den Markt letztlich doch ganz abgesagt hatte, gibt es dieses Jahr nicht. „Wir machen dieses Konzept oder gar keins“, stellt Metzler klar. Dazu gehöre auch, dass der Markt für alle frei zugänglich ist. Überlegungen aus dem vergangenen Jahr, das Gelände einzuzäunen und die Gäste am Eingang zu zählen beziehungsweise Corona-Testergebnisse zu kontrollieren, habe man verworfen. „Es hat sich gezeigt, dass sich das Problem damit nur verlagert: Dann drängen sich die Menschen vor dem Eingang“, so Metzler. Im Übrigen passe eine solche Abgrenzung nicht zum Charakter eines weihnachtlichen Marktes.

Ebensowenig kann sich der EST-Chef einen Weihnachtsmarkt ohne Glühwein vorstellen. Im vergangenen Jahr war von der Politik ein Glühwein-Verbot diskutiert worden. Doch Metzler findet: „Die Menschen haben eine gewisse Erwartungshaltung auf dem Weihnachtsmarkt. Wenn wir die nicht erfüllen, ist es für sie kein Weihnachtsmarkt.“ Hinzu komme, dass der Glühwein für viele Beschicker ein wichtiges Standbein der Finanzierung sei - ohne das süße Heißgetränk gehe die Rechnung nicht auf. Zumal auch der gesellige Aspekt, der sich mit dem Genuss des heißen Alkohols eher einstelle, eine große Rolle spiele. Für Metzler ist deshalb klar: „Ohne Glühwein wird es keinen Weihnachtsmarkt geben.“ Nun hofft er, dass Bund und Land möglichst bald klare Ansagen machen. Spätestens Anfang Oktober müsse die Grundsatzentscheidung darüber fallen, ob der Mittelalter- und Weihnachtsmarkt stattfinden soll.

Denn dann beginne die Phase der Umsetzung, etwa die Bestellung der Waren, was für viele hohe Investitionen bedeute. Die sollten nicht umsonst getätigt werden. Noch ist Michael Metzler zuversichtlich und will alles tun, um den Markt zu ermöglichen - schließlich profitierten davon nicht nur die Standbetreiber, sondern die ganze Innenstadt mit ihren coronagebeutelten Einzelhändlern, Gastronomen und Hoteliers.

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