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Motorradfahrer: hinten anstellen

Zu den Polizeiberichten über Motorradunfälle in Kirchheim und Stuttgart am 4. April

Gleich zweimal tauchten in der Teckboten-Ausgabe vom 4. April Unfälle mit Motorrädern auf, deren Hergang fast identisch war und die sinnbildlich für Fehlverhalten im Straßenverkehr sind. Sowohl in Stuttgart als auch in Kirchheim waren Motorradfahrer links an einer Pkw-Warteschlange vorbeigefahren, die sich vor einer Kreuzung beziehungsweise einem Kreisverkehr gebildet hatte, und in beiden Fällen kollidierten die Zweiradfahrer mit Fahrzeugen, die nach links abbogen.

Zweifelsfrei gehört ein Blick in den Außenspiegel und das Betätigen des Blinkers dazu, bevor ich als Autofahrerin abbiege - auch wenn ich sowohl de facto als auch de jure Vorfahrt habe. Aber mit einem zügig an der Schlange vorbeirauschenden Biker muss ich nicht unbedingt rechnen. Warum? Weil es schlichtweg ebenso verboten ist, wie das Durchschlängeln von Motorradfahrern durch die Rettungsgasse auf mehrspurigen Kraftfahrstraßen oder Autobahnen. Dass da so manchem Autofahrer der sprichwörtliche Kamm schwillt, kann ich verstehen.

Das alles hat nichts mit Neid, wie mir vielleicht manch einer vorwerfen könnte, zu tun. Auch wenn ich keine Motorradfahrerin bin, gönne ich den Bikern ihren Spaß - wenn sie sich, wie ich auch, an die Straßenverkehrsordnung und die Straßenverkehrszulassungsordnung halten. Also bitte auch hinten anstellen und Rücksicht nehmen. Vor dem Gesetz sind doch alle gleich. Oder sollte ich mich täuschen?

Dr. Andrea Tick-Waider, Kirchheim

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