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Nachgefragt bei Dr. Uwe Mauz

1. Warum ist beim Schlaganfall Eile geboten?

Wir versuchen, das Blutgerinnsel im Gehirn aufzulösen oder zu entfernen. Wenn wir es in den ersten anderthalb Stunden machen, kann ich einem von drei Leuten wirklich helfen. Das ist eigentlich noch ein ganz gutes Verhältnis. Nach viereinhalb Stunden klappt das nur noch bei jedem 14. Patienten. Deshalb müssen die Leute schnell kommen.

2. Welche besonderen Risikofaktoren gibt es denn?

Hoher Blutdruck erhöht das Risiko um Faktor zwölf. Leider tut der hohe Blutdruck nicht weh. Senken Sie den Blutdruck, indem Sie sich mehr bewegen und Übergewicht abbauen. Ein hoher Blutdruck vergrößert das Herz und den sogenannten Vorhof. Wenn ich Vorhofflimmern bekomme, erhöht sich mein Risiko um das 20-30-fache. Eigentlich weiß es ja auch jeder: Hoher Blutdruck schadet.

3. Wie bemerke ich einen Schlaganfall?

Wenn einer mal eine plötzliche Ausfallserscheinung hat mit Doppelbildern, hängendem Mundwinkel, Schwäche im Arm. Dann würde ich den Notarzt rufen. Manche Leute haben Sprachstörungen, die wirken verwirrt. Wenn sie gestern noch normal waren, dann weiß man auch: Das könnte ein Schlaganfall sein. Oder ein plötzlicher extremer Schwindel. Wenn das öfter vorkommt, bin ich beruhigt. Aber beim ersten Mal: Einsatzwagen!

4. Kann ich die Person auch selber ins Krankenhaus fahren?

Können Sie schon. Aber was machen Sie, wenn es unterwegs schlechter wird? Dann sind Sie hilflos. Die Profi-Rettung ist immer besser. Die bringen den Patienten in die nächstgelegene geeignete Klinik. Man muss sich aber immer im Klaren sein: Es wird nicht bei jedem besser, man kann sich nicht darauf verlassen, dass einem beim Schlaganfall immer geholfen werden kann, sodass es nachher wieder ist wie vorher.aba

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