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Nachhaltigkeit ist ein Fremdwort

Zum Leserbrief „Mobiliar wird ständig erneuert“ vom 24. Januar

Herr Kahle hat in allen Punkten recht. Fahre ich zu meiner Verwandtschaft in Weilheim, komme ich an der Unterkunft in der Egelsbergstraße vorbei. Dasselbe Bild wie im Hafenkäs. Man könnte sicherlich noch viele Unterkünfte aufzählen, wo mit unseren Ressourcen himmelschreiend umgegangen wird. Der deutsche Steuerzahler bezahlt ja alles stillschweigend.

Vor dem Bezug des Gebäudes in der Kitteneshalde hatte ich die Gelegenheit, die Räumlichkeiten innen anzusehen. Was für ein Luxus, bodenebene Duschen, Top-Einbauküchen und so weiter. Ist das nötig?

Ich bin in der Nachkriegszeit in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, wie sicherlich viele von den Anwohnern im Umkreis von solchen Unterkünften. Luxus war seinerzeit ein Fremdwort. Bad gab es in unserer Mietwohnung keines, samstags ging die ganze Familie ins Wannenbad Mauz am Ziegelwasen. Wir hatten kein Smartphone (gab es ja auch noch nicht), waren jedoch zufriedener als heute. Wertschätzung war seinerzeit an der Tagesordnung.

Für die Bewohner und Sperrmüllverursacher von Anschlussunterkünften ist Nachhaltigkeit ein Fremdwort. Herstellung, Entsorgung, Fahrten mit den Lkw, dies alles belastet die Umwelt zusätzlich. Darüber gehören die Bewohner beim Einzug in die Unterkünfte von ihren Betreuern aufgeklärt.

Joachim Masarin, Kirchheim

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