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Nachlese und Ausblick zur Wahl

Zum Artikel „Gemeinderat fühlt sich teils heftig kritisiert“ vom 3.  Dezember

Der für die nächsten acht Jahre neu gewählte Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader darf zu Recht stolz sein auf seinen „Erdrutschsieg“ mit 70,88 Prozent der abgegebenen Stimmen, mit dem er die Amtsinhaberin „aus dem Amt gekegelt“ hat, wie es ein Stadtrat formulierte. Er hat auch eine faire Chance und einen Vertrauensvorschuss im Gemeinderat verdient, und man muss zunächst die im politischen Geschäft übliche Bilanz der „100 Tage“ abwarten. Danach wird es langen Atem und robuste Energie für das „Bohren dicker Bretter“ brauchen, wie sie in Kirchheim noch zuhauf herumliegen: Stichwort „Hallenbad“ . . .

Nach Baders Auftritt im Verlauf des dreieinhalb Wochen währenden Wahlkampfs zu schließen, kann er die diversen Herausforderungen durchaus meistern. Ganz nebenbei ist er mit achteinhalbjähriger Tätigkeit als Referatsleiter im Umweltministerium verwaltungstechnisch erfahren, was auch im Lob von Umweltminister Untersteller bei Baders Wahlparty zum Ausdruck kam.

Das hohe Ergebnis für Bader ist sicher nicht nur - wie in Teilen des Gemeinderats gemutmaßt - aus Protest gegen die Amtsinhaberin im Rentenalter von 66 Jahren zustande gekommen, die nach dem Gefühl vieler Wähler nach 16 Jahren ihr Potenzial „ausgereizt“ hatte und eine dritte Amtszeit nicht einmal ganz hätte ausfüllen können. Es trifft auch nicht zu, dass populistische Wahlkampfführung des Gewinners zu diesem hohen Sieg geführt habe, wie die Amtsinhaberin in einem auf Youtube eingestellten Interview mit einem Seitenhieb auf Bader und seine Unterstützer glauben machen wollte: „. . . . Populismus lebt gerade . . . ob das in Amerika oder beim Brexit ist, warum nicht auch in Kirchheim“. Man schaue sich nur einmal das Wahlergebnis zwischen 75 und 83,68 Prozent in den Teilorten Ötlingen, Lindorf und Jesingen an: alles populistisch Verblendete und in die Irre Geführte? Wohl kaum.

Dr. Ernst Kemmner, Kirchheim

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