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Nachschub gerät ins Stocken

Kompost Kleingärtner müssen sich gedulden. Nachfrage und Wartungsarbeiten sorgen für Engpass im Kompostwerk.

Kirchheim. Im Kirchheimer Kompostwerk wird der Kompost knapp. Bis Ende Oktober, so rechnet Manfred Kopp, Chef im Esslinger Abfallwirtschaftsbetrieb, bleiben die bei Gartenbesitzern beliebten Säcke mit Qualitätskompost aus kreis- eigener Erzeugung ein knappes Gut. „Wir tragen jeden Tag Material aus“, sagt Kopp. „Wann wir wieder jedem Wunsch nachkommen können, ist im Moment schwer zu sagen.“ Das anhaltend gute Wetter hat für Hochbetrieb in Kleingärten gesorgt und die Nachfrage gesteigert. Gleichzeitig sorgten regelmäßige Wartungsarbeiten an der Kompostieranlage für eine verlangsamte Produktion. Beides ist eigentlich völlig normal, diesmal kam allerdings Corona hinzu. „Der Bedarf an Kompost ist zurzeit immens“, sagt Manfred Kopp. „Die Leute haben in den vergangenen Monaten einfach mehr Zeit im Garten verbracht.“

Zeit beansprucht auch der Prozess, bei dem aus Biomüll und Grünschnitt natürlicher Dünger wird. Deshalb ist der Nachschub nicht beliebig steuerbar. Beim Grüngutkompost sind es sechs Monate, bei der Verarbeitung im Kompostwerk immerhin noch zwei. Dabei sind die zu verarbeitenden Mengen während der Corona-Pandemie sogar gestiegen. 2019 landeten 37 350 Tonnen Biomüll im Kirchheimer Kompostwerk neben der Autobahn. 2020 waren es knapp 3000 Tonnen mehr. Bernd Köble


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