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Nahverkehr für alle

Zum Artikel „Modellstädte stecken Millionen in Nahverkehr“ vom 15. August

Das Modellprojekt günstigerer Ticketpreise für den öffentlichen Personennahverkehr in fünf Städten, mit dabei Reutlingen, sollte auf Dauer für alle Kommunen gelten.

Diese Forderung ist wichtig für die soziale Gerechtigkeit. Niemand sollte etwa rechnen müssen, ob ein Besuch bei Freunden oder beim Arzt noch im Monatsetat drin ist, oder von Weilheim nach Kirchheim zu Fuß laufen müssen, um die Euros für den Bus zu sparen.

Ein verbilligtes Sozialticket und letztlich öffentlicher Nahverkehr zum Nulltarif ist schon seit Jahren eine Forderung der Linken.

Das Ganze von der Reduzierung des Autoverkehrs abhängig zu machen, ist allerdings falsch. Es gibt schon Städte mit verbilligtem Nahverkehr, etwa Tallin oder Wien. Hier ist schon ersichtlich, dass das alleine nicht ausreicht, um den Autoverkehr und die damit verbundenen Schadstoffe wesentlich zu reduzieren.

Dafür sind ganz andere, nämlich strukturelle Maßnahmen notwendig, um den privaten Verkehr so weit es geht überflüssig zu machen: Wir müssen weg von der Separierung aller Lebensbereiche, wie Wohnen, Einkaufen, Arbeit: Das alles muss direkt beieinander zu finden sein. Natürlich wird es Ausnahmen geben, wie dreckige oder laute Industrieanlagen, aber die meisten Arbeitsplätze lassen sich gut in Wohngebiete integrieren. Niemand wird die in Staus vertrödelte Lebenszeit auf dem täglichen Weg zur Arbeit und zurück vermissen.

Ute Dahner, Kirchheim

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