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Natur und Umwelt erhalten

Zum Leserbrief „Wohlstand sichern“ vom 15. Februar

Herr Zimmermann, das ist aus meiner Sicht ein kapitaler Fehler im Denkansatz. Es geht dem Bürger ganz einfach um existenzielle Dinge wie Umwelt und Natur. Wo ist denn Ihre hochgelobte Brennstoffzellentechnik in die Praxis umgesetzt worden? Seit 1997 forscht man daran in Nabern und hat bis heute nichts zustande gebracht. Die Japaner und Koreaner haben schon Brennstoffzellenautos auf dem Markt, während die Firma Daimler-Benz immer noch dem Verbrennungsmotor nachtrauert und jetzt wie alle übrigen deutschen Automobilkonzerne versucht, auf den bereits in hohem Tempo abgefahrenen Zug aufzuspringen.

Leider sind E-Autos aus deutscher Produktion viel zu teuer und weder für Otto Normalverbraucher noch Familien mit Kindern, sondern eher für gut bezahlte Landtagsabgeordnete geeignet. Und die Idee, neue Gewerbeflächen auszuweisen und im Gegenzug dann Flächen mit „alten“, nicht mehr benötigten Gewerbeflächen zu renaturieren, ist geradezu irrwitzig und wird in der Praxis niemals so funktionieren. Die oberste Prämisse unserer Politik muss lauten, möglichst Grünflächen zu erhalten und eben alte Gewerbeflächen einer neuen Nutzung zuzuführen.

Wer will schon in einem völlig zubetonierten Randgebiet der Schwäbischen Alb leben, wo man nicht mal mehr vor der Haustür spazieren, den Hund Gassi führen oder mit den Kindern Fahrrad fahren kann und wo es keine Erholungs- und Grünflächen mehr gibt. Und die Argumentation bezüglich der Beschäftigungslage kann ich schon gar nicht gelten lassen, sind es doch gerade die großen Automobilkonzerne, die in den letzten Jahren massenhaft Arbeitsplätze ins Billiglohnausland verlagert haben.

Kurzum, alle Kommunen in unserem schon zersiedelten und verdichteten Umland sollten endlich das machen, was ihre Aufgabe ist, nämlich Natur und Umwelt erhalten, für heutige und für künftige Generationen.

Klaus Hohler, Notzingen

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