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Neckarwestheim-2 ausgeblendet

Zum Artikel „Wir können unser Ziel noch schaffen“ vom 11. August

In dem Artikel geht es um die Bilanz der Klimapolitik des Umweltministers Franz Untersteller (Grüne). Es heißt, er habe „viel Zoff“ mit seinen CDU-Ministerkollegen gehabt auf den Konfliktfeldern „Windkraft, Wolf, Dachbegrünung, Atomkraftwerke, Photovoltaik“. Drei davon werden genannt, aber das Thema AKW fehlt völlig - also keinerlei Konflikt?

Wenn man weiß, dass dieses Frühjahr das AKW Neckarwestheim-2 routinemäßig überprüft wurde und der BUND und viele andere Organisationen gefordert haben, das AKW nach der Revision wegen durch Spannungskorrosion irreparabel geschädigter Rohre nicht wieder in Betrieb zu nehmen, dann macht dieses Schweigen stutzig. Trotz des Protests wurde das AKW Mitte des Jahres wieder in Betrieb genommen aufgrund eines sogenannten „Integritätsnachweises“ durch die EnBW. Den hat sich der grüne Umweltminister offenbar zu eigen gemacht.

Der Reaktorsicherheitsexperte Professor Manfred Mertins nennt diesen angeblichen Nachweis „haarsträubend“, weil ein solcher wegen des kleinen Durchmessers der Rohre gar nicht führbar sei und kommt zu dem Schluss: Neckarwestheim-2 befindet sich nun schon im dritten Jahr in Folge „im gestörten Betrieb“ und: Laut der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA ist es „verboten, ein AKW im gestörten Betrieb weiter zu betreiben“.

Ist die grün-schwarze Regierung also schon so weit mit der Energiewirtschaft und der sie unterstützenden CDU verbandelt, dass sie alle Warnungen in den Wind schlägt?

Laut Professor Mertins befindet sich Neckarwestheim-2 bereits „im auslegungsüberschreitenden Zustand - mit allen Konsequenzen, die da eintreten können, also Verlust des Kühlmittels bis hin zu, im schlimmsten Fall, einer Kernschmelze“.

Martin Brost, Dettingen

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