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Neidlinger Ortsadel

Zum Artikel „Marquard war als Patriarch der große ,Star‘ “ vom 7. April

Lieber Andreas Volz, danke für den Bericht über das Buch von Bernhard Niemela. Leider beschränkt sich der Bericht weitgehend auf den „Star“ der Familie, Marquard von Randeck, den Patriarchen von Aquileia. Er hatte ja zweifelsohne in seiner Zeit eine wichtige Stellung und in der damaligen Kirchenhierarchie war er wohl der zweite Mann nach dem Papst. Das Buch birgt aber weit mehr. So erwähnt der Bericht leider nicht, dass die Randecker dem Neidlinger Ortsadel abstammten, die im 13. Jahrhundert die Burg Randeck bauten. Sie siedelten vom Tal hinauf auf die Alb und nannten sich in der ersten Generation aber immer noch „von Neidlingen“. Erst in der zweiten Generation nannte man sich „von Randeck“.

Neben Marquard machten auch andere Mitglieder der Familie in Augsburg im Domkapitel Karriere, und im Augsburger Dom finden sich heute noch eine Inschrift sowie ein Wappen im Kreuzgewölbe, die auf die Randecker hinweisen. Die verwandtschaftliche Verbandelung durch Heirat reichte schließlich bis nach Südtirol und in die Schweiz. Auch wenn die männliche Linie der Randecker und der Name „Randeck“ Ende des 15. Jahrhunderts von der geschichtlichen Bild­fläche ver­schwand, ­können doch einige gekrönte Häupter der Vergangenheit und Gegenwart ihre Stammbäume bis zu den Randeckern zurückverfolgen. Dazu gehören - man glaubt es kaum - die Kaiserin Sissi von Österreich, die englische Königin Elisabeth und der schwedische König Carl Gus­tav. Spannend und lohnend zu lesen ist das Buch allemal. Wie heißt es doch so schön: „Lies das Buch, dann weißt Du alles!“

Dietmar Brendel, Neidlingen

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