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Neue Besen kehren gut?!

Einen Besenstiel würden die Leute wählen, wäre er nur schwarz angemalt. So dichtete einst auf Musik von Knut Kiesewetter SPD-Mann Rainer Arnold und ging mit der Klampfe auf Stimmenfang. Arnold fuhr seinerzeit Erststimmenergebnisse um 25 Prozent ein. Davon konnte sein Nachfolger Schmid nur träumen, selbst jetzt. Am Ende lagen beide klar hinter den CDU-Direktmandatsinhabern.

Für die aktuelle Wahl war ein Beben angekündigt. Michael Hennrich, der 2013 noch über 50 Prozent einheimste, hat gebangt - und gesiegt. Zum Glück für den Wahlkreis, könnte man argumentieren. Hennrich, der speziell in Kirchheim ausgesprochen präsent und als dienstältester MdB perfekt vernetzt ist, ist das Direktmandat zu gönnen. Auf dem schwierigen Feld der Gesundheitspolitik hat er sich einen Namen gemacht. - Seine Kenntnis hätte gefehlt in Berlin.

Gefehlt hätte auch eine wichtige Stimme für den Wahlkreis. Denn er ist einer der wenigen, die bislang und auch jetzt wieder mit vier Kandidaten in Berlin vertreten sind. Etwas Besseres kann nicht passieren. Das hat sich in den vergangenen vier Jahren gezeigt, etwa im Kampf um Fördermittel.

Die anderen drei Abgeordneten waren wieder via Landesliste abgesichert. Sie alle gelten mittlerweile als politische Hochkaräter in ihrem Fach, überdurchschnittlich charismatische Wahlkämpfer sind sie nicht. - Das dürfte Hennrich den Kampf ums Direktmandat noch leichter gemacht haben. Er hat einen deutlichen Vorsprung an Erststimmen gegenüber dem Zweitstimmenergebnis gehalten.

Mag sein, dass der Song vom Besenstiel langfristig umgedichtet werden muss. Vorher aber gilt es in Berlin zu beweisen, dass neue Besen gut kehren.

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