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Neue Flächen „unzeitgemäß“

Zum Artikel „42 Hektar stehen für die Zukunft bereit“ vom 19.  November und dem Leserbrief „Nobelpreis für Zivilcourage“ am 23. Dezember

Herr Hohler spricht mir voll und ganz aus der Seele, wenn er in seinem Leserbrief die Entscheidung für das geplante interkommunale Gewerbegebiet als „unzeitgemäß“ bezeichnet. Dieses soll auf dem Dettinger Hungerberg südlich der Autobahn als Fortsetzung des Gewerbegebiets Bohnau Süd entstehen. Durch die Lage auf der Anhöhe zerstört es nachhaltig das Landschaftsbild in Richtung Teck, das bisher äußerst reizvoll ist. Hinzu kommt, dass aus eben dieser Richtung nachts erfrischende Kaltluft von der Alb nach Kirchheim einströmt - bislang jedenfalls. Zukünftig werden die Bewohner von Kirchheim zu nächtlicher Stunde mit frischen Industrieabgasen beglückt.

Das vorgesehene Gebiet wird nicht nur von Landwirten für die regionale Lebensmittelproduktion genutzt, sondern täglich auch von vielen Erholungssuchenden. Wer dort zu ruhigeren Zeiten unterwegs ist, kann neben vielen Vögeln auch Rehe in Gruppen beobachten. Angesichts der Tatsache, dass Landfläche in unserer Region ein knappes Gut geworden ist, kann ich in dieser Entscheidung beim besten Willen keine zukunftsorientierte Politik ausmachen. Mir fehlt hier die nachvollziehbare Abwägung zwischen „lebenswerter Umwelt“ und „wirtschaftlichem Erfolg“. Darüber kann auch der Vorsatz, hier nur Firmen mit sogenannten Zukunftstechnologien zulassen zu wollen, nicht hinwegtäuschen.

Nach meiner persönlichen Einschätzung muss die getroffene Entscheidung nicht endgültig Bestand haben. Der Flächennutzungsplan 2035 wird vom 11. Januar bis 12. März 2021 öffentlich ausgelegt. Jeder Bürger hat die Möglichkeit, die Pläne einzusehen und eine Stellungnahme abzugeben. Ich kann nur dazu ermuntern, dieses Recht wahrzunehmen und sich für eine lebens- und liebenswerte Umgebung einzusetzen.

Joachim Gübele, Kirchheim

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