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Neue, intelligente Lösung gefragt

Zum Artikel „SPD will Pflegejobs aus der Schwarzarbeit herausholen“ vom 20. Mai

Die Situation in der häuslichen Pflege ist seit Jahrzehnten bekannt; ebenso wie die in den Schlachthöfen. Beides wird seitens der politisch Verantwortlichen nicht nur gebilligt, sondern mit entsprechender Gesetzgebung sogar indirekt gefördert. Auf den Schlachthöfen wäre eine Lösung einfach. Bitte dann auch gleich etwas für das Tierwohl tun. Sinnhafte Vorschläge gibt es genug, dem Industrie-Lobbyismus zum Trotz. Das Fleisch wird teurer. Kein Problem. Entweder ich bezahle oder passe meinen Konsum an.

Den Konsum in der Pflege anpassen geht nicht. Noch mehr bezahlen geht auch nicht. Nicht jeder, der eine irreguläre Pflegekraft in seinem Haushalt aufnimmt, benötigt eine ununterbrochene 24-Stunden-Pflege. Somit ist die Pflegekraft auch nicht 24 Stunden am Tag beaufschlagt. Woher bitte, sollen die nach dem Arbeitszeitgesetz notwendigen drei statt einer Pflegekraft herkommen, und wie bitte, soll das jemand bezahlen? Wo werden sie in einem privaten Haushalt beherbergt? Ein absurder Konflikt zwischen Bedarf und Gesetz. Die Zuschüsse der Pflegeversicherung sind unzureichend. Die Steuer- und Abgabenlast für den Bürger ist wahrlich hoch genug und wird durch die Corona-Milliarden-Verschuldung ohne Zweifel weiter steigen.

Für die Pflegekräfte im Haushalt ist eine neue, intelligente Lösung gefragt. Die aktuellen Gesetze verhindern für Privatpersonen schlichtweg eine legale Beschäftigung. Bleibt als Alternative eine Pflege durch Angehörige. Da fragt niemand, ob sie das leisten können, physisch, psychisch und monetär (Jobaufgabe), acht oder 24 Stunden, egal. Ein Hoch auf die sogenannte Gesundheitspolitik.

Bodo Lorenz, Schlierbach

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