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Nicht die Kinder vorschicken

Zu den Leserbriefen „Jugendliche und Kinder impfen“ vom 11. Juni und „Unerprobt in Langzeitstudien“ vom 28. Juni

Auch ich halte eine generelle Impfung der Kinder für wenig sinnvoll. Ohne die Zahlen zu wiederholen, geht es darum, dass es nicht sinnvoll ist, Kinder einem kleinen Impfrisiko auszusetzen, um ein sehr kleines Risiko einer schweren Covid-Erkrankung vorzubeugen. Insoweit muss ich leider meinem hochgeschätzten Kollegen Dr. Schmidt widersprechen. Ja, die Deltavariante ist bei Kindern und Jugendlichen ansteckender, aber auch mit Delta erkranken gesunde Kinder zum Glück sehr selten schwer. Die Zahl hospitalisierter Kinder in Großbritannien ist trotz Delta konstant extrem niedrig geblieben.

Den einzigen möglichen Sinn einer Kinderimpfung gegen Covid sehe ich darin, unsere Kinder einem kleinen Impfrisiko auszusetzen, um die große Angst mancher Eltern und Lehrer wegzuimpfen. Vielleicht kann nur über eine Kinderimpfung im Herbst dringend notwendiger Präsenzunterricht ermöglicht werden. Ich fände es aber fairer und sinnvoller, wenn sich ängstliche Erwachsene selbst impfen lassen und nicht die Kinder vorschicken.

Nur zur Klarstellung: Bei chronisch kranken Kindern und generell ab circa 30 bis 40 Jahren aufwärts ist eine Covid-Impfung, egal mit welchem Impfstoff, auf jeden Fall sinnvoll und notwendig.

Dr. Ulrich Mors, Weilheim

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