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Nicht verstanden, worum es geht

Zum Kommentar „Lob des Einser-Abiturs“ und dem Artikel „Kritik an guten Noten“ vom 5. März

Diesen Kommentar, der an Oberflächlichkeit kaum zu überbieten ist, hätte sich Thomas Block doch besser gespart - vor allem, da er meint, den Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes pauschal schlecht machen zu müssen. Da er ganz offensichtlich überhaupt nicht verstanden hat, worum es hier überhaupt geht, fehlt ihm dazu offensichtlich die Kompetenz.

Abiturnoten dienen doch nicht dazu, die Abiturienten in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken, sondern sie qualifizieren sich für ein Hochschulstudium.

Bereits jetzt klagen Hochschulrektoren, dass die Abiturienten häufig nicht die Eingangsqualifizierung für bestimmte Fächer mitbringen. Genau hierfür sollten die Noten des Abiturs aber dienen: die Befähigung (oder Noch-nicht-Befähigung) für den nächsten Ausbildungsschritt abzubilden.

Wenn sie das nicht mehr tun, weil die Anforderungen in der Schule, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, herabgesetzt werden, um jedem Schüler ein gutes Abitur zu ermöglichen, dann befriedigt das vielleicht Menschen wie Thomas Block mit einem unausgegorenen Bedürfnis zur Nivellierung und diejenigen, die eine höhere Abitur-Rate um jeden Preis erreichen wollen, dient aber nicht der Sache unseres Bildungssystems.

Selbstverständlich müssen wir doch auch in Zukunft erkennen können, wo die Stärken eines Menschen liegen. Dazu muss er sich aber erkennbar von anderen abheben können.

Deshalb bitte in Zukunft zuerst etwas mehr in die Tiefe denken, bevor man die Äußerungen von ausgewiesenen Fachleuten kritisiert.

Ulrich Kuhn, Kirchheim

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