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Nobelpreis für Zivilcourage

Zum Artikel „Wie ,eine kalte Dusche‘ “ vom 15. Dezember

Der halbseitige Artikel im Teckboten hat mich erneut aufgeschreckt, und meine schlimmsten Befürchtungen wurden durch den ausführlichen Bericht der Gemeinderätin Yvonne Thillmann bestätigt.

Das, was da bei der Abstimmung über die völlig überdimensionierten 42 Hektar Gewerbeflächen im Dettinger Gemeinderat ablief, war wohl alles andere als eine freie, vom Geist eines unabhängigen Gemeinderates geprägte Meinungsbildung, sondern eher ein abgekartetes Spiel der Gewerbesteuerlobbyisten.

Frau Thillmann beschreibt offen, mit welchen Mitteln auf die unentschlossenen Gemeinderäte eingewirkt worden ist, deshalb wiederhole ich meine Aussage. Es schäme sich jeder Gemeinderat, der hier nicht nach bestem Wissen und Gewissen abgestimmt, sondern sich angesichts der drohenden „kalten Dusche“ hat beeinflussen lassen.

Die Befürworter der kommunalen Vertreter und das Oberhaupt der Gemeinde Dettingen haben, aus meiner Sicht und sicher auch aus Sicht einer Mehrheit in der Bevölkerung, eine völlig unzeitgemäße Entscheidung getroffen. Leider gibt es keine Umkehrmöglichkeit, und der Blick vom Hohenbol über die einst grünen Flächen in Richtung Autobahn wird wohl keine einzige Menschenseele entzücken.

Frau Thillmann möchte ich hiermit meine Hochachtung aussprechen . . . Es gehört schon eine gehörige Portion Mut dazu, derartig negative Umstände innerhalb des Gemeinderates anzusprechen.

Sie sind offensichtlich eine rühmliche Ausnahmeerscheinung und ich würde Ihnen, ohne mit der Wimper zu zucken, den Nobelpreis für Zivilcourage verleihen.

Klaus Hohler, Notzingen

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