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„Noch nie so viel Leid und Zerstörung gesehen“

Hilfe Ehrenamtliche Helfer des DRK unterstützen Menschen im Katastrophengebiet an der Ahr psychologisch.

Region. „Die Bilder im Fernsehen machen betroffen, aber sie bereiten nicht annähernd darauf vor, was einen vor Ort erwartet.“ Alexander Schmidt engagiert sich seit vielen Jahren beim DRK-Kreisverband Göppingen und ist als Mitarbeiter der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) immer dann da, wenn vielleicht die Worte fehlen.

Die Betroffenheit nach seinem Einsatz an der Ahr ist ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. „Ich habe noch nie so viel Leid und Zerstörung an einem Ort gesehen. Es war unvorstellbar.“ Er und weitere Mitarbeiter waren vom DRK-Landesverband Baden-Württemberg angefragt worden, da das Führungs- und Lagenzentrum über das Innenministerium eine entsprechende Anforderung aus Rheinland-Pfalz erhalten hatte. Für Alexander Schmidt war es überhaupt keine Frage, sich für diesen Einsatz zu melden. Allerdings mussten die Helfer häufig auch schlucken, beispielsweise als sie sahen, „dass ein älterer Herr seit drei Wochen auf einer nassen Matratze auf dem Fußboden schläft“. Oder, wenn Menschen stoisch vor ihrem Haus sitzen, weil es abgerissen werden muss und in den Nachbarhäusern fleißig an der Sanierung gearbeitet wird. „Die Verzweiflung ist spürbar.“ Es sind diese ganz persönlichen Geschichten, die ihnen in Erinnerung bleiben.

Die Helferinnen und Helfer waren in Mendig, etwa 50 Kilometer vom Einsatzgebiet im Ahrtal entfernt, eingetroffen. „Dort ist die Einsatzleitung der PSNV verortet und dort ist auch ein Containerdorf aufgebaut, in dem wir schliefen“, berichtet Alexander Schmidt. Am Tag darauf fuhren die Einsatzkräfte ins Katastrophengebiet - und waren geschockt. Das Fernsehen zeige zwar die Gesamtsituation. „Die Realität ist aber eine ganz andere.“ Alexander Schmidt hat noch den Geruch von Heizöl und vermodertem Holz in der Nase. Gemeinsam mit seinem Team war der stellvertretende Leiter der PSNV im DRK-Kreisverband Göppingen für insgesamt über 120 betroffene Bürger und Helfer wichtiger Ansprechpartner.

Großen Respekt hat er in der Nachschau nicht nur vor den zahlreichen professionellen Helfern, sondern auch vor all den Privatpersonen, die ohne lange zu fragen, einfach halfen und noch immer helfen. Wie ein Caterer, der mit seinem Imbisswagen und tausend Würsten einfach nach Altenahr gekommen war und die Menschen zwei Tage lang mit Curry-Wurst und Pommes versorgte. „Dass so viele Menschen aus der ganzen Republik kommen und einfach helfen, das ist bei allem Schrecken eine tolle Erfahrung.“

Bei aller Erschöpfung und Betroffenheit - „wir waren genau an dem Punkt, an dem wir helfen konnten. Das ist ein gutes Gefühl“, betonen die PSNVler. Sie werden bei einer Nachbesprechung des Einsatzes über ihre Emotionen mit einem Supervisor sprechen können. pm

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