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Notwendiger Politikwechsel

Zum Artikel „Ausgleich mit Blühflächen schaffen“ vom 6. September

Niemand wird Herrn Professor Küpfer böse Absichten unterstellen - er glaubt fest an sich und das Gute in der Planung. Und zweifellos gibt es gute Planungen auch für falsche Anliegen. Allerdings ist in der Ausgleichsplanung schon der rechtliche Rahmen wenig geeignet, um dauerhaften Ausgleich oder die dauerhafte Umsetzung selbst vorbildlicher Planung auch nur annähernd zu sichern. Das weiß Herr Professor Küpfer - trotz Bosch in Renningen.

Einbindung der Landwirtschaft in den Ausgleich - Stichwort Blühflächen - ist ein zu begrüßender Trend. Aber Naturschutz und Extensivierung der landwirtschaftlichen Produktion brauchen in der Kulturlandschaft Fläche. Blühflächen als Ausgleich zu Bau- oder Gewerbegebieten werden von Landwirten primär nicht als Chance, sondern als doppelter Flächenentzug wahrgenommen. Ob Blühstreifen geeignet sind, ein großflächig verhunztes Landschaftsbild zu kompensieren, liegt im Ermessen des Betrachters.

Dass sich das von den Eingriffsverursachern beauftragte Planungsbüro von Herrn Professor Küpfer nicht mit der langfristigen Tragfähigkeit entsprechender Entscheidungen beschäftigen muss, ist gesetzt. Vorgaben zur angestrebten Entwicklung und die Einbindung in tragfähige Konzepte ist Aufgabe der politischen Gremien oder wie jetzt in Dettingen der Bürger. Keine Erzeugung erneuerbarer Rohstoffe ohne Böden, kein Naturschutz ohne Fläche, keine Lebensqualität ohne Landschaft! Keine Zukunft ohne einen grundlegenden Politikwechsel beim Flächenverbrauch!

Professor Dr. Martin Dieterich, Kirchheim

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