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Ökologisch wichtige Fläche

Zum geplanten Gewerbegebiet Hungerberg

Der Gemeinderat hat beschlossen, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist, dass ein Bürgerentscheid zum Industriegebiet am 26. September durchgeführt wird. Die Bürger als Souverän der Gemeinde müssen ihren gewählten Gemeinderäten und Bürgermeister mit einem Bürgerentscheid sagen, welche Wünsche und Vorstellungen sie zu einem geplanten Industriegebiet an dieser Stelle haben. In einem anderen Zusammenhang sagte Bürgermeister Haußmann: „Der Gemeinderat ist immer Herr des Verfahrens und kann am Ende bestimmen über das OB und WIE.“ Und wir Bürger?

Der Hungerberg als Grünzug ist definiert als „Vorrangfläche für Naturschutz und Erholung“ und von Bebauung ausgeschlossen! Diese hochwertige landwirtschaftliche Fläche soll der Nahrungsmittelproduktion entzogen werden. Die Existenzgrundlage der Pächter ist in Gefahr, denn Ausgleichsflächen sind nur für Eigentümer vorgesehen. Wo sollen diese Flächen in Dettingen vorhanden sein? Dafür entstehen hohe Gebäude, die das Kleinklima sowohl in Dettingen als auch in Kirchheim verändern werden.

Die treibende Kraft hinter der Industrialisierung ist der Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart. Bisher liefen die Vorbereitungen zur Industrieansiedlung schon auf Hochtouren. Für Unmut sorgte im Verband sowohl der angestrebte Bürgerentscheid als auch, dass die ursprünglich geplante Fläche von 42 Hektar vom Gemeinderat auf 21 Hektar begrenzt wurde. Deshalb wollen sie noch einmal darüber diskutieren, ob die Fläche überhaupt ausreicht. Heißt das, dass Gemeinderat und Bürgermeister Haußmann gedrängt werden, das Areal später zu erweitern?

Laut einem Zeitungsbericht sprach der CDU-Mann Roland Schmid von „kleingeistigem Denken vor Ort“. Wir „kleingeistige Bürger“ wehren uns dagegen, dass eine profitorientierte Industrie die ökologisch wichtige Fläche versiegeln will.

Albrecht Thaer, Dettingen

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