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Ohmdens Schönheitskur kann starten

Planung Für die Sanierung des Ortskerns ist die Satzung beschlossen worden. Die Eingrenzung des Gebiets ist notwendig, um Fördergelder abrufen zu können. Bis 2035 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein. Von Thomas Zapp

In der Zeller Straße soll das Gebäude Nummer 4  abgerissen werden, Grundstück Nummer 6 will die Gemeinde kaufen. Foto: Jean-Luc
In der Zeller Straße soll das Gebäude Nummer 4 abgerissen werden, Grundstück Nummer 6 will die Gemeinde kaufen. Foto: Jean-Luc Jacques

Ohmden soll schöner werden und die gute Nachricht ist: Die Finanzierung ist zu einem Teil gesichert. Gut 800 000 Euro an Landesmitteln stehen bereit für die Sanierung des Orstkerns. Weitere 500 000 Euro kommen von der Gemeinde. Nun hat der Gemeinderat im zweiten Anlauf auch die Sanierungssatzung einstimmig abgesegnet. Die grenzt das Sanierungsgebiet genau ob, so dass planbar ist, welche baulichen Missstände mit dem Geld konkret beseitigt werden können. Konkret geht es um eine Fläche von 9,2 Hektar, die jetzt offiziell den Namen „Ortsmitte“ trägt. Eigentlich sollte es das O.K. schon in der Mai-Sitzung geben, aber damals war das Gremium wegen zum Teil krankheitsbedingter Ausfälle nicht beschlussfähig.

Förderung für Privatleute

Ursprünglich waren von der Gemeinde 2,5 Millionen Euro beantragt worden, aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Das ist nicht ungewöhnlich, man will erstmal sehen, welche Maßnahmen auch wirklich umgesetzt werden“, erklärt Elisa Dauben von der STEG, der Stuttgarter Stadtentwicklungsgesellschaft, die im Auftrag der Gemeinde künftig die Sanierung koordinieren wird. Eine Aufstockung des Förderrahmens ist also möglich und genau das will die Gemeinde zu einem späteren Zeitpunkt beantragen. Grundsätzlich wird in der ersten Phase den Gebäudesanierungen der Vorzug gegeben vor einer Aufwertung der Straßen.

So sind die Beschlüsse zur Sanierung des Rathauses in der Mai-Sitzung bereits vorgezogen worden. Für den Fall, dass die Aufstockung des Förderrahmens nicht gelingt, plant die Gemeinde für die kommenden zehn Jahre jährlich 115 000 Euro für die Sanierung ein. Denn das Gesamtkonzept für fast 2,5 Millionen Euro soll in jedem Fall umgesetzt werden.

Beim Projekt „Ortsmitte“ geht es nicht nur um öffentliche Gebäude wie das Rathaus, den Platz vor der Gemeindehalle oder den Kindergarten. Was für die Ohmdener Bürgerinnen und Bürger interessant ist: Von der Förderung können auch Privateigentümer profitieren, die zum Beispiel ihr Haus energetisch sanieren oder umbauen wollen, egal ob Dach, Sanitäranlagen oder Böden. Einzige Vorausssetzung: Es muss innerhalb des Sanierungsgebiets liegen. Die Details dazu sind auch in der jüngsten Sitzung festgelegt worden.

Hausbesitzer können demnach bis zu 30 Prozent der Sanierungskosten aus dem Fördertopf bekommen, maximal sind 30 000 Euro möglich, bei denkmalgeschützten Häusern kann die Summe erhöht werden. Nicht förderfähig sind aber Außenanlagen. Gleiches gilt für geplante Abbrucharbeiten. Dafür gibt es bis zu 20 000 Euro Fördergeld, sofern sie in das Sanierungskonzept der Gemeinde passen. Auf eine weitere Besonderheit weist Elisa Dauben hin: „Nach dem Abbruch muss ein Neubau oder eine andere Nutzung geplant sein“, sagt sie. Die Fläche länger brach liegen zu lassen, das gehe nicht. Außerdem muss die Zusage von der Gemeinde muss vor dem Abbruch oder dem Beginn der Sanierung schriftlich vorliegen.

Wollen Häuslebesitzer im Sanierungsbereich ihr Haus oder Grundstück verkaufen, müssen sie den Preis von der Gemeinde prüfen lassen. Denn: Falls Sie die von der Allgemeinheit mitfinanzierte Sanierung mit „einpreisen“, wäre das nicht gerechtfertigt. Damit soll auch die Preisstabilität gewährleistet sein und zu Spekulationen unterbinden. Grundsätzlich ständen Mitarbeiter der STEG alle Fragen zu Fördermöglichkeiten zur Verfügung, betont Dauben.

Im Gemeinderat kommt dann auch die Frage auf, welcher Betrag an die Beratungsfirma fließt. Antwort von Bürgermeisterin Barbara Born: Pro Jahr sind aktuell 25000 Euro im Gemeindehaushalt eingestellt. Da die gesamte Sanierungszeit bis 2035 ausgedehnt werden kann, schwanke erfahrungsgemäß der Bedarf, vor allem zu Beginn sei das Informationsbedürfnis groß, später weniger und zum Ende wieder mehr, sagt Elisa Dauben.

Info Für die Ohmdener Bürgerinnen und Bürger wird es nach derzeitigen Planungen am Donnerstag, 23. September, eine öffentliche Informationsveranstaltung geben. Diese soll nach Möglichkeit „live“ stattfinden.

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