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Optimismus und aufrechter Gang

Zur Debatte über die Leitkultur

Die Bundestagswahl 2017 ist gelaufen. Breitenwirksam hat Minister de Maizière (CDU) in einem Vorstoß zehn Thesen zur Leitkultur in Deutschland veröffentlicht. In seinen Thesen beschreibt der Minister Religionen als Kitt und nicht als Keil der Gesellschaft. Die Opposition und Teile des Koalitionspartners SPD reagierten irritiert und empört. Religionen und Zivilgesellschaft äußerten sich teils positiv, teils skeptisch.

Zur Leitkultur gehören ein gewisses Bildungsideal sowie der Leistungsgedanke. Jedes Land der Erde braucht eine Leitkultur und die stabilen Staaten haben auch alle eine nationale Kultur. In Deutschland nutzt man die Leitkultur, um wegen unserer Vergangenheit nicht deutsche Kultur sagen zu müssen. Für uns ist Respekt und Toleranz wichtig. Bei einer CDU-Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit im Jahre 2000 hatten wir das Glück, Dr. Otto von Habsburg, Sohn des letzten österreichischen Kaisers, als Redner zu bekommen. Er bemängelte das Fehlen einer echten deutschen Kulturpolitik und kritisierte das Verwässern der deutschen Sprache durch ein Übermaß an Anglizismen. Die deutsche Sprache habe sehr wohl eine Zukunft. Er plädierte auch nachdrücklich für mehr Optimismus und einen aufrechten Gang.

Was veranlasste den Wähler, auf Anhieb die AfD auf Platz drei mit circa 13 Prozent in den Bundestag zu wählen? Haben sie der Großen Koalition nicht mehr zugetraut, dass sie ihre Staatsaufgaben ausreichend vertreten?

In der Frage, wie sollen die anderen Parteien mit dem Neuling im Bundestag, der AfD, umgehen, haben die Deutschen eine klare Haltung. „So behandeln, wie andere Parteien auch“, finden 73 Prozent.

Franz Pfeffer, Dettingen

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