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Parken an der Papiermühle ist bald nicht mehr kostenlos

Tourismus Bürgermeister und Gemeinderat aus Wiesensteig sprechen sich für Ticketautomat am Filsursprung aus.

Wiesensteig. Demnächst sind die Zeiten vorbei, als man am Parkplatz bei der Papiermühle kostenlos die Fahrzeuge abstellen konnte, um von dort aus die Wanderung, die Radtour, den Tagesausflug oder den ausgedehnten Spaziergang mit Kind und Hund zu starten. Der Gemeinderat gab unisono grünes Licht für einen Parkautomaten dort.

Die Fahrer von Autos und Wohnmobilen müssen dann künftig ein Ticket ziehen, bevor sie losgehen oder -radeln. Ratsmitglied Wolfgang Hauser hat das Konzept, das hauptsächlich der örtliche Tourismusverein erarbeitet hat, am Ratstisch vorgestellt: Nach deren Rechnung schaufle ein Parkautomat spätes­tens im zweiten Jahr ordentlich Geld in den Stadtsäckel. Bis zu 17 000 Euro pro Jahr, führte Hauser aus, „und das ist eine sehr defensive Rechnung“. Basis für die Rechnung waren die vorhandenen Parkplätze in einer Aufteilung auf Kraftfahrzeuge und Wohnmobile und einem Tagesticketpreis von fünf Euro für Autos, Wohnmobile kosten acht. Und weil Kontrolle besser als Vertrauen ist und ohnehin eine Wartung in Form von Geldkassetten leeren und Papierrollen wechseln zu erfolgen hat, hat Hauser zugleich eine Personalstelle auf 450-Euro-Basis eingeplant.

Was sich so einfach anhört, ist freilich nicht hopplahopp umgesetzt. Um den Parkautomaten zu betreiben, ist ein Stromanschluss nötig. Auch, um den Automaten in den kalten Wintermonaten zu beheizen, damit die Elektronik nicht streikt. Solarmodule wären dafür zwar denkbar, räumte Hauser ein, doch im schattigen Bereich wäre das ein zweifelhaftes Unterfangen. Weiter sind Hinweisschilder aufzustellen, außerdem müssen die Besucher mit weiteren Schildern darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie sich in Natur- und Landschaftsschutzgebieten aufhalten und nicht abseits des Parkplatzes parken.

Für diese Investitionen kalkuliert Hauser rund 19 000 Euro ein. Nicht zuletzt, so empfiehlt der Tourismusverein, soll ein Verzehrgutschein, gültig am Tag der Ticketlösung, die Besucher in die Gastronomie und damit auch in die Stadt locken. Bürgermeister Gebhard Tritschler und die Gemeinderäte zollten dem Konzept einhelliges Lob. Nur die Fragen nach den Ticketpreisen und Zeitzonen sowie nach der Höhe der Verzehrgutscheine sollen noch geklärt werden. Bei letzterem kommt es auf die Mitwirkung der Gastronomen an, denn von der Stadt Wiesensteig soll nichts erstattet werden. Sabine Graser-Kühnle

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