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Partnerwahl mit Bedacht

Dass die Chemie zwischen dem Weilheimer Gemeinderat und dem renommierten Ulmer Architekturbüro nicht stimmt, hatte sich schon im Februar abgezeichnet. Jetzt hat eine Mehrheit der Bürgervertreter angesichts der Kosten und der Entwürfe des Büros für den Kita-Neubau erst einmal die Notbremse gezogen und Alternativen gefordert. Zu Recht.

Denn zum einen ist der Ärger der Räte über das vorgelegte Material verständlich: Von Hand gemalte Skizzen, unleserliche oder fehlende Beschriftungen und der Verzicht auf professionelle Karten und Pläne lassen daran zweifeln, ob der Architekt das - für Weilheim durchaus große - Projekt überhaupt ernst nimmt.

Zum anderen liegt die Kostenschätzung für die Kita nun bereits um 1,1 Millionen höher als noch im März. Da ist es nicht nur legitim, sondern sogar die Pflicht des Ratsgremiums, günstigere Alternativen zu fordern.

Dass der Architekt sein Konzept selbst auch noch als „Mercedes“ unter den Kitas bezeichnet, für das eben höhere Kosten entstehen, wirft Zweifel auf, ob er überhaupt der richtige Partner für die Stadt ist.

So einfach rückgängig machen lässt sich die Beauftragung des Architekturbüros nicht. Die Beteiligten können jetzt nur versuchen, trotzdem gemeinsam eine gute, bezahlbare und für alle akzeptable Lösung zu finden.

Für die Zukunft können Stadtverwaltung und Gemeinderat aber daraus lernen: Auf Schnellschüsse sollten sie bei großen Projekten besser verzichten - auch wenn es eilt. Seinen Partner mit Bedacht zu wählen, kann später nämlich viel Ärger, Zeit und Kosten sparen. Bianca Lütz-Holoch

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