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Peking rückt ein Stück näher an Oberlenningen

Parasport Linn Kazmaier empfiehlt sich im Weltcup mit Topergebnissen in Langlauf und Biathlon für die Paralympics.

Schwäbisches Erfolgsduo: Linn Kazmaier (rechts) und ihr Begleit­läufer Florian Baumann.Foto: Adrian Stykowski
Schwäbisches Erfolgsduo: Linn Kazmaier (rechts) und ihr Begleit­läufer Florian Baumann.Foto: Adrian Stykowski

Lenningen. Wenn am kommenden Freitag im finnischen Vuokatti der zweite und letzte Weltcup dieses Corona-Winters im Para Ski nordisch beginnt, wird die Oberlenningerin Linn Kazmaier aus der Heimat heraus verfolgen, wie sich ihre deutschen Teamkameradinnen und Teamkameraden schlagen. Die 14-Jährige von der Skizunft Römerstein ist in Finnland nicht dabei. Das war nicht anders geplant. Bedauern tut sie es trotzdem. Denn Linn Kazmaier ist auf den Geschmack gekommen.

Im slowenischen Planica hatte sie Anfang März ihr Weltcup-Debüt gefeiert und unterstrich dabei, warum sie zu den derzeit größten deutschen Nachwuchshoffnungen zählt. Ihr Ziel, die C-Kader-Norm zu erlaufen, erreichte sie gleich bei ihrem ersten Einsatz. Alles, was danach kam, war Zugabe. In fünf der sechs Rennen bei den Frauen mit Sehbeeinträchtigung ging sie an den Start. Vor allem im Biathlon-Einzelrennen über 12,5 Kilometer und im Biathlon-Sprint über sechs Kilometer zum Abschluss ließ sie aufhorchen. Einmal wurde sie Sechste, einmal Siebte, in beiden Rennen ließ sie unter anderen die Gesamtweltcup-Zweite des vergangenen Jahres, Anna Panferova aus Russland, hinter sich. Und dies auf einer Strecke, die aufgrund vieler Kurven und Abfahrten so anspruchsvoll war, dass es keinen Tag ohne schwere Stürze gab.

Auch Linn Kazmaier erwischte es, einmal verletzte sie sich leicht am Daumen. Trotzdem sagt sie über ihre Zeit in Planica: „Es hat richtig Spaß gemacht.“ Die in sie gesetzten Erwartungen hat sie erfüllt. „Sie hat eine sehr seriöse Leis­tung gezeigt und sie hat sich super ins Team eingefügt“, bestätigt Bundestrainer Ralf Rombach. Ihr Begleitläufer Florian Baumann, der in Beuren wohnt und für die SZ Uhingen startet, stimmt zu: „Linns Entwicklung ist sehr positiv zu bewerten. Wenn sie weiter einen Schritt nach dem nächsten macht, kann da noch viel nach vorne gehen.“

Bundestrainer macht Hoffnung

Möglicherweise folgt ein riesiger Meilenstein bereits 2022, wenn im norwegischen Lillehammer die coronabedingt verschobene Weltmeisterschaft und kurz darauf in Peking die Paralympics stattfinden werden. Von der Reise nach ­China träumt die 14-Jährige, das ist ihr Ziel, dafür trainiert sie. Nach dem Weltcup in Vuokatti will sie das Gespräch mit dem für den Nachwuchs zuständigen Trainer Michael Huhn suchen - eine Aussage von Bundestrainer Ralf Rombach dürfte Linn Kazmaier weiter motivieren. „Es ist nicht unrealistisch, dass sie in Peking dabei ist“, sagt er.Benjamin Schieler

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