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„Plastiksparen ist nicht schwierig“

Nadja Schoser
Nadja Schoser

Nadja Schoser ist Inhaberin des Kirchheimer Unverpackt-Ladens und hat die Familie Höfer zwischen den Drehterminen für die ZDF-Reportage „plan b: Plastik ade“ begleitet und beraten. Im Interview gibt sie Tipps für alle, die ihren Plastikverbrauch reduzieren wollen.

Wie schwierig ist es, auf Plastik und Verpackungen zu verzichten?

Nadja Schoser: Viele denken, dass es total kompliziert ist, wenn sie mit dem Plastiksparen starten. Sie haben Bedenken, dass sich das nicht in den stressigen Alltag integrieren lässt. Aber das stimmt nicht. Wenn man sich erst mal dafür geöffnet hat, wird vieles einfacher. Ich selbst finde es zum Beispiel herausfordernder, aus der Fülle an Drogerie- und Reinigungsprodukten im Laden das Richtige auszuwählen, als aus fünf Zutaten selbst Deo, Wasch- und Reinigungsmittel herzustellen. Meistens ist das auch wesentlich günstiger.

Aber das eignet sich vielleicht trotzdem nicht für jeden . . .

Schoser: Ganz klar: Wenn jemand eine 40-Stunden-Woche im Geschäft hat, sich dann um die Kinder kümmern und einen Haushalt führen muss, möchte er nicht unbedingt noch Waschmittel selber herstellen. Man muss ja auch nicht von Anfang an alles selber mixen. Dafür gibt es in Unverpackt-Läden neben Lebensmitteln auch klassische Drogerieprodukte zum Selbstabfüllen, Gesichtscreme in Pfandgläsern und Shampoo am Stück zu kaufen.

Wenn jemand ins Plastiksparen einsteigen möchte - wie sollte er dann anfangen?

Die meisten fangen tatsächlich in der Küche an und achten darauf, Vorratsprodukte wie Reis, Müsli und Hülsenfrüchte verpackungsfrei zu kaufen. Bei Milch beispielsweise sollte man zu Mehrweg-Flaschen statt zu Tetra-Paks greifen. Weiter geht es im Bad mit festem Shampoo und Zahnpasta aus dem Glas oder in Pastillenform. Dann kommen meist die Reinigungsmittel an die Reihe und schließlich der Kleiderschrank: Auch in Textilien findet sich häufig Mikroplastik.

Haben die Menschen in Corona-Zeiten überhaupt Energie dafür ?

Meine Erfahrung zeigt, dass sie sich gerade in der Krise Gedanken machen und beispielsweise mehr auf Biowaren setzen. Gesundes, gutes Essen in solchen Zeiten zählt ja auch zu den wenigen Freuden, die man aktuell hat.bil

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