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Pleiten, Pech und Pannen

Zum „Zitat des Tages“ vom 16. Januar und dem Artikel „Beschwerde wegen Masken“ vom 19. Januar

Mancher Leser und manche Leserin hat sich wohl verwundert die Augen gerieben, als er/sie in dieser Zeitung - und auch noch als „Satz des Tages“ geadelt - von einer Empfehlung an Markus Söder las, er solle doch einmal eine „zweiwöchige Klausur in einem bayerischen Schweigekloster“ machen, weil dieser angeregt hatte, der Ethikrat möge sich mit der Prüfung einer Impfpflicht für Pflegepersonal befassen. Diese Empfehlung kam ausgerechnet von Sozialminister Manne Lucha, einem der ausgewiesenen „Lautsprecher“ im Kabinett Kretschmann, der selbst nicht über jeden Zweifel erhaben ist.

Zur Erinnerung: Es gab da die anrüchige Sache mit einer Vorteils- annahme Luchas durch den Kabarettisten Christoph Sonntag, wo er im Nachgang zum „Kotau“ genötigt war. Dann gab es heftige Kritik vonseiten der Tübinger Notärztin Lisa Federle an Luchas Handhabung der Schnelltests. Jetzt steht die skandalöse „Maskenpleite“ mit schadhaften FFP2-Masken im Raum und zudem hat Baden-Württemberg immer noch die sprichwörtliche „rote Laterne“ in der Impfstatistik der 16 Bundesländer (Stand 19. Januar). Wer mit einer so löchrigen und angreifbaren „Performance“ aufwartet, sollte mit Empfehlungen an andere Politiker äußerst zurückhaltend sein.

Doch ist Lucha in puncto Nassforschheit im Kabinett in bester Gesellschaft. Kultusministerin Susanne Eisenmann wollte im Dezember 2020 ohne Rücksicht auf die Infektionslage die Öffnung der Schulen nach den Weihnachtsferien erzwingen. Sie fühlte sich auch bemüßigt, gegen die renommierte und mit ausgewiesenen Fachleuten besetzte Akademie der Wissenschaften Leopoldina zu ätzen, sie scheine „bei den Corona-Maßnahmen nicht ganz auf der Höhe der Zeit“ zu sein. Was für eine Hybris!

Dr. Ernst Kemmner, Kirchheim

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