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Polizei warnt vor illegalem Welpenhandel

Tierquälerei In der Region kommt es immer wieder zu fragwürdigen Geschäften mit Tieren. Oft werden Hunde illegal importiert.

Region. Immer wieder tauchen im Internet Anzeigen für Hundewelpen auf, die zu Schnäppchenpreisen zum Kauf angeboten werden. Davor warnt das Polizeipräsidium Reutlingen jetzt in einer Pressemitteilung. Vielfach handele es sich um Hunde aus Süd- oder Osteuropa, die von reisenden Händlern illegal in Deutschland verkauft werden sollen.

Erst am Wochenende war dank einer aufmerksamen Frau in Münsingen einem solchen Hundehändler das Handwerk gelegt worden. Der Frau war auf einer Verkaufsplattform in Internet aufgefallen, dass drei Hundewelpen für jeweils mehrere Hundert Euro angeboten wurden, woraufhin sie die Polizei in Münsingen informierte. Bei der Überprüfung des Verkäufers stellte sich heraus, dass bereits am Vortag ein Welpe verkauft worden war und zwei weitere Interessenten schon vor Ort warteten. Der 19-jährige Verkäufer hatte für die Welpen weder die entsprechenden Einfuhr- noch Impfpapiere. Die Welpen wurden daraufhin ins Tierheim gebracht.

Fälle von illegalem Welpenhandel gibt es in der Region immer wieder. Was offenbar nur wenige wissen: Der niedrige Preis hat meistens nur einen Grund. Es wird mit Tierliebe, Mitleid und Geiz Geld gemacht. Viele der Welpen sind krank, mahnt die Polizei. Sie werden in „Hinterhofzuchtanlagen“ geboren, sind mit Tollwut und Parasiten infiziert, wurden viel zu früh vom Muttertier getrennt und tragen Erbkrankheiten in sich, die ihrem Leben oft ein frühes Ende bereiten. So wird aus dem vermeintlichen Schnäppchen meist ein teures Unterfangen mit enormen Folgekosten wegen Tierarztbesuchen.

Jeder Hund sollte Papiere haben

Die Polizei gibt Tipps, wie sich potenzielle Käufer vor illegalem Welpenhandel schützen können: „Wer seinen Welpen von einem Züchter kaufen will, kann sich über diesen schlau machen“, heißt es. Viele Züchter hätten eigene Homepages mit Impressum auf denen sie ihre Arbeit und ihre Würfe präsentieren. Dort sei oft sogar der Stammbaum des Muttertiers nachzulesen. Viele Züchter sind zudem in Verbänden organisiert und können das auch nachweisen. Die Polizei weist darauf hin, dass jeder Hund Papiere hat: Ein Heimtierausweis ist obligatorisch und muss Nachweise über die Impfungen und den Chip des Hundes enthalten. Vorsicht sei auch geboten, wenn der Züchter oder Verkäufer keinen Zugang zum Muttertier, den Geschwistern oder der Umgebung der Welpen ermöglicht: „Wer seriös mit Hunden handelt, tut dies nicht aus dem Kofferraum heraus oder beim ersten Kontakt im Bahnhof oder an der Straße.“lp

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