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Prantl für Renaissance des sozialen Wohnungsbaus

Heribert Prantl ist dafür bekannt, dass er bei innen- und rechtspolitischen Themen kein Blatt vor den Mund nimmt. Der Professor mit zwei Doktortiteln ist vielfach preisgekrönt und Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung. In seiner Festrede setzte er sich für bezahlbaren Wohnraum ein. Für die Kostenexplosion der Baulandpreise macht Prantl die Spekulation verantwortlich. „Bei der derzeitigen Höhe der Grundstückpreise erklärt es sich von selbst, warum sich fast keiner mehr das Leben in der Stadt leisten kann.“ Er forderte, dass die sogenannten Boom-Städte wieder bezahlbaren Wohnraum schaffen und die Regionen in der Provinz die Verbindung zwischen Arbeit und Leben bilden. Der Journalist stellte fest, dass die Mieten derzeit das Familieneinkommen auffressen. „Viele Mieter haben Angst, in zwei Jahren die Wohnung nicht mehr bezahlen zu können.“ Die Folge sind Umzüge aufs Land.

Die Wohnungsmisere treffe vor allem Arme und Arbeitslose existenziell. „Das ist für ein reiches Land wie Deutschland beschämend.“ Heribert Prantl erinnert daran, dass Eigentum auch verpflichtet. „Die Bodenreform wurde wie kein anderes Thema so lange diskutiert und Maßnahmen daraus immer wieder aufgeschoben.“ Er sieht aber Lösungsansätze: „Eigentum ist nicht unumschränkt.“ Die Republik brauche dringend eine Renaissance des sozialen Wohnungsbaus. Die Obdachlosigkeit der Menschen werde in der Welt oft verharmlost. „Das sind Millionen Leben.“ Dabei bräuchten die Menschen eine Heimat. „Sie haben und brauchen Rechte. Das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht.“ Heribert Prantl fordert die Politik auf, die soziale Ausgrenzung durch das Schaffen von angemessenem Wohnraum zu verhindern. Seinen Vortrag schloss Prantl mit dem Ausruf: „Die beste Heimatpolitik ist eine gute Wohnungspolitik.“kry


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