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Qiu schrammt in der Wüste knapp an einer Medaille vorbei

Tischtennis Der Profi aus Linsenhofen muss in Doha im Viertelfinale der Doppelkonkurrenz die Segel streichen.

Doha. Lediglich ein Sieg hat dem Linsenhofener Tischtennisprofi Dang Qiu beim mit 200 000 US-Dollar dotierten „WTT Middle East Hub“ in Doha (Katar) gefehlt, um bei der ersten internationalen Veranstaltung nach über einem Jahr Corona-Pause eine Medaille zu gewinnen. Der Penholderspieler schied bei der neuen Turnierserie des Tischtennis-Weltverbandes ITTF, an der Seite von Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt) im Doppel-Viertelfinale gegen Gastón Alto und Horacio Cifuentes Argentinien mit 5:11, 11:9, 4:11, 11:4 und 14:16 aus.

Die zweifachen Deutschen Meis­ter vergaben im entscheidenden fünften Satz drei Matchbälle. „Auf dem Papier waren wir in dieser Begegnung sicherlich der Favorit“, verriet Qiu nach dem Match. „Unsere Leistung war nicht schlecht. Alto und Cifuentes haben aber sehr gut gespielt.“

Herren-Bundestrainer Jörg Roß­kopf beobachtete, „dass die Abläufe selbst bei unserem Weltklasse-Doppel nach so langer Pause ein wenig eingerostet waren. Normalerweise hätten die Jungs das Spiel nach Hause gebracht und sich ihre Chancen nicht nehmen lassen.“ Ähnlich sah es auch Qiu selbst. „Mit ein wenig mehr Spielglück wären wir als Gewinner aus der Box gegangen.“

Im Einzel-Wettbewerb schramm­te der 24-Jährige knapp am Sprung in das 32-köpfige Hauptfeld vorbei. Dang Qiu benötigte nach einem Freilos zu Beginn drei Siege zum Überstehen der Qualifikation. Sowohl Florent Lambiet (Belgien) als auch Ovidiu Ionescu (Rumänien) gelang es nicht, gegen den Bundesliga-Spieler des ASV Grünwettersbach einen Satz zu gewinnen. Durch die beiden 3:0-Triumphe erreichte Qiu das Endspiel zum Einzug in die Endrunde.

Iraner zu stark

Gegen Noshad Alamyan (Iran) war der Linsenhofener bei der 2:11-, 7:11-, 12:14-Niederlage jedoch ohne Chance. „Nach guten Leistungen in den ersten zwei Partien war es für mich sehr schwer, gegen Alamyan den Rhythmus zu finden“, analysierte der zukünftige Akteur des deutschen Rekordmeis­ters Borussia Düsseldorf. „Mein Gegner spielt sehr unangenehm. Zu Beginn kam ich mit seinen Aufschlägen überhaupt nicht klar. In diesem Match bin ich weit unter meinen Möglichkeiten geblieben.“

Bundestrainer Jörg Roßkopf kam zu der Erkenntnis, „dass Dang bei einem gewonnenen dritten Satz das Match noch hätte drehen können. Er hat sich erst zu spät auf den starken Iraner einstellen können.“ Insgesamt war Dang Qiu allerdings froh, „dass endlich wieder ein Turnier auf internationalem Weltklasseniveau stattgefunden hat“.Marco Steinbrenner

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