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Radikale Wende ist nötig

Zum Artikel „Jeder muss seinen Beitrag leisten“ vom 8. Juni

Verkehrsminister Winfried Hermann hat in einem Interview mit der Südwestpresse eine ehrliche Bilanz gezogen. Im Moment leiste der Verkehrssektor keinen Beitrag zur CO2-Reduktion. O-Ton Hermann: „Im Gegenteil: In den letzten 30 Jahren ist der Treibhausgas-Ausstoß des Verkehrssektors angestiegen . . . Wir müssen endlich Maßnahmen ergreifen, das zu ändern.“

Diese Maßnahmen fasst der Verkehrsminister in einem Fünf-Punkte-Plan zusammen. Bis 2030 müsse doppelt so viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren werden wie heute. Außerdem müsse jedes dritte Auto klimaneutral sein. In Städten müssten überhaupt ein Drittel weniger Autos fahren als bisher. Auch solle jeder zweite Weg unter fünf Kilometern nur aus eigener Körperkraft zurückgelegt werden. Schließlich müsse jede dritte Tonne Fracht klimaneutral transportiert werden.

Die Grobrichtung des Vorhabens von Hermann wird von vielen namhaften, unabhängigen Mobilitäts- und Klimawissenschaftlern geteilt. Die Notwendigkeit einer radikalen Mobilitätswende steht fest. Unbestritten ist auch, dass die notwendigen Veränderungen in vielen Bereichen - nicht zuletzt in unserem individuellen Mobilitäts- und Konsumverhalten - einen großen Umbau notwendig machen, der viele Fragen aufwirft und auch Gräben aufreißt. Wir sollten möglichst rasch auch vor Ort in Kirchheim in eine sachlich-differenzierte und entschiedene Diskussion einsteigen, in welchen Schritten wir den Umbauprozess gestalten.

Hans Dörr, Sprecher des Kirchheimer Forums 2030

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