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Rassismus auch in Kirchheim

Zur Fotoauswahl für den Artikel „Gemeinsam gegen Rassismus“ vom 12. März

Das Foto, das den Artikel zu den Angeboten der „Kirchheimer Wochen gegen Rassismus 2021“ illustriert, weist auf ein wichtiges Ereignis hin: Ab dem 26. Mai 2020 protestierten in den USA und weltweit Menschen unter der Überschrift „Black lives matter“ anlässlich des gewaltsamen Todes von George Floyd.

Einige Monate vorher, am 20. Februar, hatte der Teckbote über die Festnahme des Kirchheimer Unternehmers Michael B. berichtet. Ihm wird vorgeworfen, Mitglied der rechtsterroristischen „Gruppe S“ zu sein, die aus rassistischen Motiven unter anderem ­Anschläge auf sechs Moscheen in kleineren Städten plante. Dies bewegte viele Musliminnen und Muslime und zivilgesellschaftlich Engagierte in Kirchheim sehr stark. Sie veranstalteten am 7. März unter dem Motto „Mehmet und Martin sind Freunde - und das ist gut so!“ eine Mitmach-Aktion gegen Rassismus und Gewalt.

Aus dieser Aktion entstand die „Kirchheimer Erklärung für eine gerechte, solidarische und vielfältige Gesellschaft - gegen Ausgrenzung, Demokratieverachtung, Hass, Hetze und Rassismus.“ In einer weiteren Mitmach-Aktion wurden Unterschriften für die Erklärung gesammelt. Mittlerweile haben mehr als 400 Menschen die Erklärung unterschrieben - darunter ein Drittel der Kirchheimer Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und fünf Kirchheimer Landtagswahlkandidatinnen und -kandidaten.

Zu beiden Mitmach-Aktionen, bei denen Kirchheimerinnen und Kirchheimer gemeinsam gegen Rassismus Flagge zeigten, liegen dem Teckboten Fotos vor. Als ­Ini­tiatoren der „Kirchheimer Erklärung“ können wir nicht nachvollziehen, weshalb diese Auswahl von Fotos nicht genutzt wurde, um auch visuell den lokalen Bezug herzustellen. So hätte deutlicher gezeigt werden können, dass auch Kirchheim Probleme mit Rassismus hat.

Heinrich Brinker, Hans Dörr, Yakub Kambir, Willi Kamphausen, Martin Lempp

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