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Rat im Trauerfall bei Menschen mit Behinderung

Wendepunkte und gesellschaftliche Akzeptanz der Trauer

Autisten empfinden die Welt als Chaos und kommunizieren Trauer nüchtern. Bildquelle: Pexels

Ips/MP. Geistig und körperlich beeinträchtigte Kinder, Jugendliche und Erwachsene benötigen den Raum und die Rituale im Alltag, um mit der Situation des Verlustes im Einklang zu sein. Sie brauchen die Erkenntnis, dass der Vorgang des Ablebens für sie begreiflich wird. Zuvor sind dazu viele Gespräche notwendig. Sie sind auf Beachtung sowie einen Ausdruck der emotionellen Entfaltung angewiesen. Im Falle einer Isolation könnte sich eine Verhaltensauffälligkeit mit einer gestörten Kommunikation entwickeln. Während der Trauerphasen kommt ein verstärktes Schuldgefühl sowie Schuldzuweisung an die Umwelt hinzu. Bei Menschen mit geistiger Beeinträchtigung bedarf es der Sensibilität, der Möglichkeit Ausdruck zu verleihen, das Gefühls- und Trauerleben ebenfalls auf der nonverbalen Ebene stattfinden zu lassen, da das Sprechvermögen eingeschränkt oder nicht vorhanden ist. Währenddessen kommunizieren und durchleben Autisten Trauer nüchtern ohne Emotion. Bei jeder Beeinträchtigung ist die Pflicht zur Mitteilung, eine unsichere Zukunft und eine vertiefte Isolation die Norm. Das betreute, pflegerische Wohnen sichert die Existenz, jedoch wird das geistige und emotionale Zentrum oft von Ohnmacht gezeichnet und körperliche Beeinträchtigungen können sich dadurch verstärken. Das Fehlen sozialer Ressourcen bedarf einem gesellschaftlichen Wendepunkt. Eine Akzeptanz durch lokale und überregionale Vernetzung und Mobilität erlaubt die Entbindung der Einsamkeit.


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