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„Rennschnecke“ Kabeltechnik

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Von 1975 bis etwa 1995 war ich in Süddeutschland (Baden-Württemberg, Bayern und Saarland) im technischen Vertrieb „Kabelverlegetechnik“ tätig. Zu den Kunden gehörten die damalige Deutsche Post, die Deutsche Bundesbahn, Energieversorgungsunternehmen wie Badenwerk, EVS und Isar-Amperwerke München sowie alle Stadtwerke im genannten Gebiet. Ebenfalls dazu gehörte die Industrieverkabelung bis hin zur Verlegung von Kabeln in Kraftwerken und auch speziell in Atomkraftwerken. Elektrokonzerne wie AEG, ANT, BBC und Siemens - um nur einige zu nennen - gehörten zu dem von mir betreuten Kundenstamm. So erhielt ich Informationen über alle Kabeltypen. Vom einfachen Telefonkabel, Steuerkabel, LWL-Kabel, Starkstromkabel und auch oberirdische Trassenführungen.

Bereits 1965 erfand ein deutscher(!) Physiker dieses System, das er 1966 für die damalige AEG-Telefunken zum Patent anmeldete. Wenig später - 1970 - begann die Produktion in Amerika . . .

Schon 1975 wurden von der Deutschen Bundespost Glasfaserkabel direkt ins Erdreich beziehungsweise in Rohre eingezogen. Parallel dazu wurden schwerpunktmäßig im Zuge von Straßen- und Kanalbauarbeiten Leerrohre eingebracht, in die später Kabel „nur noch“ eingezogen werden mussten. Koaxialkabel (Kupferkabel) waren bereits zu diesem Zeitpunkt Auslaufmodelle.

Über den heutigen Stand der Technik - und wo dieser Kabeltyp produziert wird - ist mir nichts bekannt; hat mich auch weiter nicht interessiert. Wieso „klemmt“ nun die Digitalisierung am mangelnden Ausbau der Glasfasertechnik, die schon vor 1975 angewendet wurde und seit beinahe 50 Jahren bekannt ist?

Als Aquarianer habe ich mal was von einer „Rennschnecke“ gehört . . .

Herbert Woyna, Bissingen

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