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Rosenloh und Hungerberg sind „zwei Paar Stiefel“

Ansiedlung In Weilheim geht es nicht um einen abstrakten Vorhaltestandort. Landtagsabgordnete begrüßen den Plan.

Weilheim. Die Parallelen zwischen dem Weilheimer Rosenloh und dem Dettinger Hungerberg scheinen auf der Hand zu liegen: Da wären zum einen die zeitliche Nähe, in der zwei große Gewerbegebiete entstehen sollten, da wäre der bedeutende Investor von außerhalb - und da wäre die räumliche Nähe: Der Rosenloh liegt nur wenige Kilometer östlich vom Hungerberg, ebenfalls nahe an der A 8.

Aber auf den zweiten Blick gibt es deutliche Unterschiede: „Beim Hungerberg war es der Region ganz bewusst um einen abstrakten Vorhaltestandort gegangen“, sagt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. Beim Rosenloh dagegen handle es sich um „eine anfragenspezifische Gewerbeansiedlung“. Das hat zur Folge, dass es keine Spekulationen über den großen Unbekannten gibt, der sich vielleicht einmal dort niederlassen will. Genau diese Rechnung mit dem „x“ hatte beim Hungerberg ja auch zu Spekulationen geführt, ob sich nicht doch noch der ungeliebte Internetversandhandelsriese dort ansiedeln würde. In Weilheim geht es gar nicht erst um solche Spekulationen. Dort gibt es die konkrete Anfrage eines Unternehmens, hinter dem zwei große Namen stehen: Daimler und Volvo.

Was beim Hungerberg ebenfalls ein großes Problem war: die Befürchtung, dass die B 465 noch stärker belastet werden könnte, wenn in der Nähe 800 Arbeitsplätze entstehen. Ganz anders im Rosenloh: Dort bietet ein neues Gewerbegebiet die Chance, dass ein neuralgischer Punkt entschärft werden kann. Wer von Zell oder vom Tobelwasen kommt und an der Tankstelle nach rechts in die L 1200 einbiegen will, weiß genau, dass das zu gewissen Tageszeiten ein Geduldsspiel ist. Kommt dagegen das Gewerbegebiet Rosenloh, lässt sich die neue Erschließungsstraße bis zum Kreisel an der Holzmadener Straße als Umfahrung nutzen. Auch die Beschäftigten des Gewerbegebiets lassen sich über diese Straße rechtzeitig „abfangen“, sodass der Verkehr in der Stadt kaum zunehmen dürfte.

Auch die Entwicklungschance für bereits ansässiges Gewerbe ist ein großer Unterschied zwischen Rosenloh und Hungerberg: Dort war es ausschließlich um die Ansiedlung eines großen Unternehmens gegangen - ohne dass noch Flächen für einheimische Betriebe hätten „abfallen“ können.

Johannes Züfle nennt noch einen weiteren Unterschied: „Wir sind mit dem Rosenloh in keinem regionalen Grünzug. Es gibt dort auch keine Schutzgebiete - weder Natur- noch Vogelschutz.“ Züfles Fazit: „Außer für die Transformation der Wirtschaft - es geht hier immerhin um 800 Arbeitsplätze - könnten wir hier auch einen bedeutenden Beitrag für den Klimaschutz leisten. Wichtig ist es, in den Dialog mit den Grundstückseigentümern und mit der gesamten Bevölkerung zu kommen.“

Auch die Landespolitik hat bereits reagiert auf das Interesse von Cellcentric an einem Standort im Rosenloh. Unisono vermelden die drei hiesigen Landtagsabgeordneten Andreas Schwarz (Grüne), Natalie Pfau-Weller (CDU) und Andreas Kenner (SPD): „Wir freuen uns über die positiven Signale zur möglichen Ansiedlung der Brennstoffzellentechnik in Weilheim. Das ist für den Klimaschutz eine tolle Chance. Und damit können in unserer Region neue hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden. Daher begrüßen wir es, dass die Stadt Weilheim bereits eine frühzeitige und umfangreiche Bürgerbeteiligung mit runden Tisch in die Wege geleitet hat.“ Andreas Volz

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