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Rücksichtslose Alb-Besucher

Zum Artikel „Rücksichtslose Ausflügler ärgern Skiliftbetreiber“ vom 7. Januar

Mit Kopfschütteln, Fassungs­losigkeit und völligem Unverständnis bis hin zu tiefem Fremdschämen habe ich Herrn Malls Beschreibung der Verhältnisse auf und um seinen Skilift in Ochsenwang gelesen. Natürlich drängen aktuell viele auf die Alb, natürlich lassen Kinder vielleicht hier und da dann auch mal ein Bonbon­papier oder Ähnliches fallen. Es ist für mich aber absolut unbegreiflich, wie Menschen, die die Vorzüge der Alb - oder der Natur im Allgemeinen - nutzen, sich dermaßen rücksichtslos, unverschämt und einfach nur asozial verhalten: Hinterlassenschaften werden nicht beseitigt, Inventar wird mutwillig beschädigt und zerstört, kaputte Bobs werden einfach mal liegen gelassen, schließlich braucht man sie nicht mehr. Wahrscheinlich in bester Laune eines lustigen Ausflugs in den Schnee und ohne auch nur den Hauch eines schlechten Gewissens fahren sie dann wieder nach Hause, meist vermutlich weit weg vom Ort des Geschehens.

Gerade in der aktuellen Lage, von der wir alle nicht erst seit ges­tern betroffen sind, sollte man doch meinen, dass Werte wie gegenseitige Rücksichtnahme, Wertschätzung, vielleicht sogar Nächs­tenliebe wieder an Bedeutung gewonnen haben. Liest man dann aber von einem derartigen Verhalten wie von Herrn Mall beschrieben, muss man das doch sehr infrage stellen. Ich persönlich habe jedes Verständnis für Herrn Malls Gedankengang „dann sollen sie lieber zu Hause bleiben“ und auch für seine absolut legitime Überlegung, den Skilift sperren zu lassen, um nicht jeden Morgen aufs Neue derartige „Entdeckungen“ machen zu müssen, die für ihn mit viel Aufwand, Zeit und sogar Kosten verbunden sind. Es wäre doch wünschenswert, wenn dieser Schritt nicht getan werden muss, wenn jeder, der mal wieder zum Schlittenfahren auf die Alb geht, sie so hinterlässt, wie er sie vorgefunden hat. In diesem Sinne: Glück auf!

Florian Walter, Kirchheim

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