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Runter vom Baum, mein Kind

Zum Artikel „Bäume weichen dem Wohnungsbau“ vom 4. Dezember

Da stand mal ein Baum auf einer kleinen Wiese, den die Tiere und auch ich eigentlich ganz gerne mochten. Der Baum stand da wohl schon eine ganze Weile, weil sowohl Stamm als auch Krone eine gewisse Pracht entwickelt hatten. Teile des Baums befinden sich gerade immer noch auf der kleinen Wiese, nur nicht mehr senkrecht in den Himmel stechend, sondern im Dreck liegend.

Natürlich musste der Baum weg, das verstehe ich voll und ganz. Eine Wiese mit Baum zieht einfach immer ungezogene Hundebesitzer an, außerdem war der Baum sicher sterbenskrank und gefährdete damit den Straßenverkehr. Auch das herabfallende Laub war zweifelsohne ein großes Problem, zudem verärgerten die im Baum sitzenden Vögel unbestritten mit Lärm und Dreck. Der Baum war außerdem sicher so groß, dass er den Flugverkehr störte und zudem einen so enormen Schatten warf, dass dadurch die umliegende Gegend in andauernde Dunkelheit getaucht wurde.

Wahrscheinlicher ist es aber, dass der Baum der Zufahrt des in der Nähe gelegenen Henriettengartens im Wege stand. Die Plakate des Henriettengartens suggerieren mit ihrer unverbindlichen Beispielvisualisierung zwar das Entstehen einer neuen naturnahen Oase, aber diese Unverbindlichkeit lässt den Verantwortlichen einen feinen Spielraum. Für den Baum auf der kleinen Wiese ist es zu spät, ich hoffe jetzt auf die grüne Vernunft des Menschen. Aber man kann ja nie wissen, wie die Wurzeln verlaufen.

Antonia Kiefer, Kirchheim

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