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Russland brachte große Opfer

Zum Artikel „Moskau legt gegen Polen nach“ vom 1. Februar

Es ist schon sehr beachtlich, dass Dietrich Schröder in seinem Artikel die Positionen Russlands klar und deutlich beschreibt und auf sonst übliche „Seitenhiebe“ verzichtet. Leider wird bei diversen Veranstaltungen „Gegen das Vergessen“ - wohl bewusst - „vergessen“, dass es deutsche Truppen waren, die 1941 unter dem Decknamen Barbarossa in Russland einmarschierten und der russischen Bevölkerung großes Leid zufügten. Die russische Bevölkerung wich vor den Eindringlingen zurück, vernichtete zuvor die Ernte und machte Häuser unbewohnbar. Die spätere Schlacht um Stalingrad ist legendär. Genannt werden 27 Millionen Menschen, die „allein“ für den Sieg über das Hitler-Deutschland ihr Leben lassen mussten. Die Tatsache, dass es Soldaten der Roten Armee waren, die im Januar 1945 die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz befreiten, wird keinesfalls dem Ereignis entsprechend gewürdigt.

Dem Vorwurf der heuchlerischen Darstellung durch Politik - und leider auch der Medien - gegen die damalige UdSSR und das heutige Russland kann und muss ich leider zustimmen. Mit einseitiger Betonung und permanentem Wiederholen negativer Ereignisse wird eine negative Stimmung verbreitet. Über positive Begegnungen und Entwicklungen dagegen wird oft nicht - bestenfalls nebenbei - berichtet. Gemeint sind Treffen von Kanzlerin Merkel, Außenminister Maas, Wirtschaftsminister Altmaier und anderen Politikern sowie Vertretern der Wirtschaft mit Präsident Putin. Zu nennen ist auch der Besuch des Nato-Generalsekretärs Stoltenberg in Moskau. Deutschland hat allen Grund, auch den Opfern unter der russischen Bevölkerung und den in diesem Wahnsinnskrieg gefallenen Soldaten der Roten Armee zu gedenken und sich deutlich erkennbar um Annäherung zu Russland und seiner Bevölkerung zu bemühen.

Herbert Woyna, Bissingen

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