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Schlaglöcher kosten Gemeinde 600 000 Euro

Infrastruktur In Schlierbach werden Straßenschäden jetzt elektronisch erfasst.

Schlierbach. Im August vergangenen Jahres hat sich die Gemeinde ein System zur automatischen Erfassung des Straßenzustands angeschafft. Der Clou: Es genügt ein hinter der Windschutzscheibe montiertes Handy, das die Straßen während der Befahrung fotografiert. Die Bilder landen automatisch auf einem Server, wo sie dann ausgewertet und aufbereitet werden. Ergebnis ist eine Karte aller Schlierbacher Straßen und Feldwege mitsamt einer Schadensklassifizierung.

Zwei Drittel sind in Ordnung

Jochen Haug vom Ingenieurbüro Schädel hat sich das Ergebnis der Befahrungen angesehen, analysiert und im Gemeinderat vorgestellt. „Zwei Drittel der Straßen in Schlierbach sind in einem guten Zustand“, lautet sein erstes Fazit. Und: „Nur bei etwa fünf Prozent zeigt sich ein akuter Handlungsbedarf.“ Besonders in den Fokus gerückt seien hierbei Abschnitte in der Teck-, Wolf- und Siemensstraße, die im Analysesys- tem rot gekennzeichnet sind. Daneben gebe es noch weitere kleinere Punkte mit größeren Schäden. Interessant sei auch der Blick auf die an diese Bereiche anschließenden Straßenabschnitte: „Auch da ist absehbar, dass ein Sanierungsbedarf ansteht“, so der Experte. Grob über den Daumen gepeilt kalkuliert Jochen Haug mit rund 600 000 Euro, die die Gemeinde in den nächsten Jahren zur Sanierung der am schlimmsten betroffenen Stellen in die Hand nehmen muss. Der Fachmann rät dabei für die Zukunft ein strategisches Vorgehen an: „Man sollte sinnvolle Abschnitte bilden, die am Stück saniert werden und sich nicht nur auf die roten Abschnitte konzentrieren.“ Das rechne sich auf Dauer eher als im Jahresverlauf überall im Ort verteilt kleinere Baustellen aufzureißen.

Verlegung der Glasfaser nutzen

Diese Art des Vorgehens ist für Bürgermeister Sascha Krötz nachvollziehbar. „Bisher haben wir pro Jahr 100 000 Euro im Haushalt für den Straßenunterhalt eingestellt. Da würde es sich ja anbieten, mal in einem Jahr mehr, dafür aber im Folgejahr weniger zu machen.“ Mit dieser Methode fahre die Gemeinde ja beim Unterhalt des Kanalnetzes schon sehr gut. Außerdem, so der Bürgermeister, sollte die Gemeinde auch danach schauen, Synergieeffekte mit Leitungsträgern zu nutzen. „Wir wissen beispielsweise, dass in der Wolfstraße im kommenden Jahr Glasfaser verlegt werden soll. Da wäre es natürlich schlau, sich dort direkt mit der Sanierung anzuhängen.“ Kluges Planen sei nun gefragt, betont der Schlierbacher Schultes. Volkmar Schreier

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